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Neuer Rheinsteg geniesst nun Priorität

Die Stadt will «mit Hochdruck» an die Planung eines neuen Stegs über den Rhein gehen. Das bestätigte der Gemeinderat, nachdem der Abriss des alten Kraftwerks mit Eisensteg beschlossen ist.

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Neuer Rheinsteg geniesst nun Priorität

Neuer Rheinsteg geniesst nun Priorität

Peter Rombach

«Mit vereinten Kräften gehen die beiden Rheinfelden nun an die Planung eines neuen Rheinübergangs», heisst es in einer Medienmitteilung. Stadtammann Franco Mazzi hatte sich gegenüber der AZ (siehe Mittwoch-Ausgabe) bereits dafür ausgesprochen, «mit Nachdruck neue Lösungen zu suchen». Die Aussprache im Freiburger Regierungspräsidium habe nichts genützt.

«Wir sind überzeugt, dass mit dem Abbruch des Kraftwerks eine grosse Chance verpasst wird», so der Gemeinderat, auch an die Freiburger Runde erinnernd: Die Vertreter des internationalen Denkmalrates (Icomos) hätten erneut zum Ausdruck gebracht, dass das alte Kraftwerk gute Aussichten habe, auf die Kandidatenliste für das Unesco-Weltkulturerbe in der Kategorie «Industriedenkmal» aufgenommen zu werden. Da mit den Abbrucharbeiten wohl nach den Sommerferien begonnen werde, nütze es nichts, dass das Schweizer Bundesamt für Kultur seine Unterstützung für einen Erhalt signalisierte.

Enger Schulterschluss

An ein weiteres Vergeuden von Kräften denkt niemand mehr im Rheinfelder Rathaus: «Nach diesem deutlichen Entscheid sieht auch der Gemeinderat keinen Spielraum mehr. Er wird deshalb seine Bemühungen für den Erhalt des alten Kraftwerks einstellen.» In engem Schulterschluss mit der badischen Schwesterstadt sollen nun Planung und Bau eines neuen Stegs in Angriff genommen werden. Jederzeit sei es unbestritten gewesen, dass im Osten beider Rheinfelden wieder eine Fuss- und Velowegverbindung über den Rhein geschaffen werden müsse, falls der Abbruch des alten Kraftwerkensembles erfolgt. «Erfreulich ist, dass die Bundesbehörden auf Schweizer Seite ihre Unterstützung für einen neuen Rheinübergang in Aussicht gestellt haben.» Hierfür sei nämlich auch ein Staatsvertrag mit Deutschland erforderlich.

Dem Vernehmen nach will der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am kommenden Montag das weitere Vorgehen festlegen und Ende Juli im Rahmen der regelmässigen Konsultationen mit dem badischen Rheinfelden mehr Klarheit schaffen. Originalton: «Nach einer städtebaulichen Evaluation des Stegstandortes wird im Rahmen eines Wettbewerbes ein neuer Rheinübergang projektiert. Dazu wird auch das Gespräch mit der Energiedienst AG gesucht, um dafür zu werben, dass der Rückbau so erfolgt, dass der bestehende Eisensteg so lange wie möglich stehen bleiben kann.»

Schwierige Rolle des Gemeinderats

Rückblende: Die Einwohnergemeinde beauftragte im Dezember 2009 den Gemeinderat, «alles in seiner Macht Stehende» zu unternehmen, damit vorerst nicht abgerissen wird. In der Folge hatte die Behörde mit allen im Verfahren Involvierten auf Schweizer Seite Gespräche geführt und neue Erkenntnisse seit Erteilung der Baubewilligung für das neue Kraftwerk aufgezeigt. Einigkeit herrschte, dass die industriehistorische Bedeutung des altes Maschinenhauses heute anders beurteilt würde, dass unter Berücksichtigung rechtsstaatlicher Prinzipien eine Wiederaufnahme des Verfahrens aber unmöglich sei.

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