Neuer NATO-Generalsekretär will Dialog mit islamischer Welt

Der designierte NATO-Generalsekretär

Der designierte NATO-Generalsekretär

Am Forum der «Allianz der Zivilisationen» in Istanbul hat der designierte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen einen intensiveren Dialog mit der islamischen Welt angekündigt. Die Schweiz ist an der Konferenz mit Bundesrätin Calmy-Rey vertreten.

Die UNO-Konferenz hatte am Morgen mit einem Aufruf des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zum gemeinsamen Kampf gegen den Extremismus begonnen. Im Kampf gegen den Terrorismus müsse aber auch auf Liebe und Toleranz gesetzt werden, mahnte Erdogan vor den aus 30 Ländern angereisten Staatschefs und Ministern.

Dem Auftritt des neuen NATO-Generalsekretärs hatte die türkische Öffentlichkeit mit einigen Erwartungen entgegengeblickt. Die türkische Regierung hatte die am Wochenende erfolgte Ernennung Rasmussens lange Zeit blockiert. Sie hatte dies unter anderem mit der Haltung des abgetretenen dänischen Staatschefs im Karikaturenstreit begründet.

Eine von türkischer Seite eingeforderte Entschuldigung Rasmussens für die Mohammed-Karikaturen einer dänischen Zeitung blieb aber aus. "Die Meinungsfreiheit ist von zentraler Bedeutung. Dasselbe gilt für den Respekt vor religiösen Gefühlen. Wir müssen beides genau miteinander in Balance bringen", sagte der Däne.

Rasmussen versprach, dass es einer seiner Arbeitsschwerpunkte als NATO-Generalsekretär sein werde, den Dialog und die Zusammenarbeit mit der muslimischen Welt zu intensivieren.

Rasmussen trug eine Stützmanschette an der Schulter, nachdem er in seinem Istanbuler Hotel gestürzt war und sich dabei das Schultergelenk ausgekugelt hatte.

Die Schweiz war an der UNO-Konferenz mit einer sechsköpfigen Delegation mit Bundesrätin Micheline Calmy-Rey vertreten. Am Nachmittag nahm die Schweizer Aussenministerin an einer Podiumsdiskussion mit weiteren Ministern teil. Calmy-Rey war zum offiziellen Mittagessen mit Erdogan und dem offiziellen Abendessen mit Präsident Abdullah Gül geladen.

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