Schule
Neuer Lehrermangel: Schweizweit werden 1800 Lehrer gesucht

Vier Monate vor Beginn des neuen Schuljahres sind schweizweit mehr als 1800 Lehrerstellen offen. Das zeigt eine Erhebung der Zeitung «Der Sonntag». Der Kanton Zürich meldet 470 Vakanzen, der Aaargau 370.

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Eine Lehrerin steht vor ihrer Klasse

Eine Lehrerin steht vor ihrer Klasse

Keystone

Im Kanton Bern sind 227 Stellen offen - mehr als vor einem Jahr. Der Lehrermangel sei «dramatisch», sagt Lehrerpräsident Beat W. Zemp. Die Schulen müssten «Notmassnahmen» ergreifen, um Personallücken zu füllen. «Man wird nicht darum herumkommen, pensionierte Lehrer und Studenten anzustellen.»

Akut ist die Lehrerknappheit vor allem in den Sekundarschulen. «Einen Mangel gibt es in den Fächern Französisch, Mathematik und Deutsch», sagt Harry Koumrouyan, Personalchef der Oberstufe im Kanton Genf. Für das kommende Schuljahr habe man Lehrer aus dem EU-Raum engagiert, um die Personallücken zu füllen.

Steigende Schülerzahlen

Prekär ist die Lage auch im Kanton Zürich: «Auf der Sekundarstufe I ist der Lehrermangel nach wie vor ausgeprägt», sagt Martin Wendelspiess, Leiter des Volksschulamts im Kanton Zürich. Grund für die Personalknappheit seien steigende Schülerzahlen, Pensionierungen bei den starken Lehrjahrgängen und die steigende Zahl von Teilzeitpensen an den Schulen.

Wegen dem Lehrermangel unterrichten an den Schweizer Schulen immer mehr Lehrer mit ungenügender Qualifikation. Meist handelt es sich um Primarlehrer, die auf der Oberstufe eingesetzt werden. «Rund 18 Prozent aller Vollzeitstellen im Kanton Bern sind durch Lehrer besetzt, die auf einer anderen Schulstufe unterrichten, als sie ausgebildet sind", sagt Bernhard Pulver, Erziehungsdirektor des Kantons Bern. Im Kanton Solothurn ist auf der Sekundarstufe I sogar jeder dritte Lehrer nicht stufengerecht ausgebildet.