Bereits im Mai 2016 wurde ein Hacker-Angriff auf das Schweizer Rüstungsunternehmen Ruag und das Verteidigungsdepartment bekannt. Der Angriff sei im Januar 2016 erfolgt, hiess es damals.

Hinter den Angriffen wurde Russland vermutet. Die Schweiz wollte deshalb die Mitgliedschaft beim Nato-gepowerten Anti-Hacking-Zentrum in Estland prüfen. Das Aussendepartement EDA bestätigte damals die entsprechende Recherche der «Nordwestschweiz» auf Anfrage: «Die Schweiz ist gegenwärtig daran, eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum zu prüfen.»

Windows-Trojaner

Der Angriff wurde bereits im Juli entdeckt und gestoppt, wie es in einer Mitteilung heisst. Bei dem Angriff kam der Windows-Trojaner Turla zum Einsatz. Ob und welche Daten gestohlen wurden, ist der Mitteilung nicht zu entnehmen. Laut Bundesratssprecher André Simonazzi werden vorläufig keine weiteren Informationen zum Angriff bekannt gegeben.

Nach Angaben der Bundeskanzlei wurden umgehend Sicherheitsmassnahmen eingeleitet. Zudem wurden verwaltungsinterne Analysen veranlasst. Die zuständigen Stellen des Bundes untersuchen den Vorfall. Der Bundesrat und die Präsidien der zuständigen Kommissionen wurden über den Angriff informiert.

Das VBS hat bei der Bundesanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt eingereicht. Ebenfalls Anzeige eingereicht habe das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), das wegen einer Attacke auf die Systeme eines Dienstleistungserbringers beeinträchtigt worden sei, heisst es in der Mitteilung.