In der Nordwestschweiz bahnt sich ein historischer Schritt an: Je ein Baselbieter und ein Basler Komitee haben am Freitag in den beiden Kantonen eine Volksinitiative lanciert, mit der sie einen Verfassungsrat für einen gemeinsamen Kanton Basel fordern.

Die Fusion der beiden Basel verstehen die Initianten als «wichtigen Schritt in Richtung Kanton Nordwestschweiz». Lanciert wurden die Fusionsinitiativen am gestrigen 179. Jahrestag der «Schlacht an der Hülftenschanze», die 1833 zur Gründung eines selbstständigen Kantons Baselland geführt hatte.

«Es geht nicht um die Korrektur der Geschichte, sondern um einen Ausblick in die Zukunft», sagte der Baselbieter Alt-Regierungsrat Peter Schmid gestern bei der Lancierung an der heutigen Kantonsgrenze. Es sei an der Zeit, die politischen Strukturen der Realität anzupassen. Schmid ist denn auch der Auffassung, dass sich die Situation seit dem gescheiterten Versuch von 1969 verändert hat. Ein fusioniertes Basel sei heute im Leben vieler längst Realität.

Wirtschaftsvertreter dafür

«Ein Basel», der Verein für die Kantonsfusion beider Basel, besteht aus namhaften Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Im Kanton Basel-Stadt sind fast keine Fusionsgegner auszumachen. Im Kanton Baselland steht eine Koalition aus Wirtschaftsvertretern und Politikern aus dem Mitte-links-Spektrum hinter der Fusionsinitiative.

Gegen-Initiative im Baselbiet

Die Baselbieter Fusionsbefürworter stehen aber einer bürgerlichen Gegnerschaft gegenüber: Die Baselbieter SVP will den selbstständigen Kanton Baselland geschlossen verteidigen. Ein Komitee rund um den freisinnigen alt Nationalrat Hans Rudolf Gysin bekämpft die Fusion mit einer Gegen-Initiative. Zusammen mit Gesinnungsfreunden aus SVP, FDP und CVP hat Gysin eine «Zusammenarbeitsinitiative» lanciert, die als Alternative zur Fusion eine engere Zusammenarbeit zwischen den Nordwestschweizer Kantonen anstrebt.