pflegimuri
Neue Zimmer und Ansätze in der 100-jährigen «pflegimuri»

Der sanierte Ostbau der pflegimuri ist bezugsbereit. Er soll auch ein Zeichen setzen für die Öffnung des Pflegeheimes und für neue Pflege- und Betreuungskonzepte.

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Pflegi

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Schweiz am Sonntag

Wenn ein Bewohner nicht schlafen kann und ein Bier möchte, dann soll er es trinken können. Auch der Wunsch nach einer Cremeschnitte ist legitim. Was das mit dem sanierten Ostbau des 100-jährigen Pflegeheimes pflegimuri zu tun hat? «Es genügt nicht, schöne, helle Räume zu schaffen», erklärt Direktor Thomas Wernli, «die Bewohnerinnen und Bewohner sollen möglichst selbstbestimmt leben können und eine gute Lebensqualität geniessen.» Deshalb sind die 61 Pflegeplätze im sanierten Ostbau auch ein Zeichen für neuartige Pflege- und Betreuungskonzepte. «Wir sind ein offenes Haus.»

Sanierung für fast 18 Mio. Franken


In diesem Jahr feiert die pflegimuri ihr 100-jähriges Bestehen. Die ersten «Pfleglinge» zogen 1909 ins Heim, das in der Klosteranlage von Muri untergebracht wurde. Bis in die 40er-Jahre wurden rund 600 alte und kranke Menschen betreut und gepflegt. Heute leben 205 Bewohnerinnen und Bewohner im Heim, 300 Mitarbeitende sorgen für ihr Wohl. Der Aufenthalt kostet je nach Zimmertyp zwischen 4700 und 5600 Franken pro Monat, unabhängig davon, wie viele Pflegeleistungen bezogen werden.
Die Gesamtsanierung der pflegimuri begann 2005. Sie kostet 17,8 Mio. Franken und wird im Frühjahr 2011 abgeschlossen sein. Die Teiletappe 3 und 4 mit dem Umbau des Ostbaus kostet 8 Mio. Franken. Davon tragen der Kanton 5,6 Mio. Franken und der Verein pflegimuri 2,5 Mio. Franken. (es)

Die neuen Räume sind hell, die Zimmer geräumig und zeitgemäss eingerichtet. Im sanierten Ostbau werden ausschliesslich Einer- und Zweierzimmer angeboten, insgesamt 61 Plätze. Die meisten verfügen über eine eigene Nasszelle und einen Balkon. Im Parterre befindet sich die Wohngruppe für Menschen mit Demenz. Der in sich geschlossene Garten ist für die Bewohnerinnen und Bewohner der Wohngruppe ohne Gefahr jederzeit zugänglich. Der im Ostbau integrierte Haupteingang ist grosszügig gestaltet und soll mithelfen, beim Erstkontakt mit der pflegimuri Ängste und Vorurteile abzubauen. Im Zeichen der Öffnung der pflegimuri konnte mit dem Umbau ein offener Durchgang zum Pflegipark geschaffen werden. So wird die Parkanlage mitten im Dorf auch für die Bevölkerung besser zugänglich.

Die pflegimuri will sich damit auch als Begegnungszentrum in Erinnerung rufen. «Die pflegimuri ist heute nicht mehr einfach nur eine Pflegeanstalt», unterstrich Franz Hold, Präsident des Vereins pflegimuri. Mit kulturellen Angeboten und mit verschiedenen Aktivitäten sollen auch jüngere Menschen hier ein und aus gehen und etwa das hauseigene Restaurant Benedikt mit direktem Zugang zum Park entdecken. Josef Füglistaler, Obmann der Gemeindeammännervereinigung Bezirk Muri, machte deutlich, dass die demografische Entwicklung die Gemeinden in Bezug auf Pflege und Betreuung der alten Menschen vor anspruchsvolle Herausforderungen stellt. «Dafür bildet die pflegimuri für das ganze Freiamt eine gute Basis.»