«Selincro»

Neue Wunderpille gegen die Alkoholsucht: 4000-mal in der Schweiz verkauft

«Selincro» soll Alkoholsüchtigen helfen gänzlich abstinent zu leben. (Symbolbild)

«Selincro» soll Alkoholsüchtigen helfen gänzlich abstinent zu leben. (Symbolbild)

Das dänische Pharmazieunternehmen Lundbeck brachte vor einem Jahr ein Medikament auf den Markt, welches Alkoholsüchtigen helfen soll, die nicht gänzlich abstinent leben können. Nun ziehen sie Bilanz.

Vor einem Jahr brachte das dänische Pharmazieunternehmen Lundbeck das Medikament «Selincro» auf den Schweizer Markt. Es galt als «Wundermittel», weil es Alkoholsüchtigen helfen soll, die nicht gänzlich abstinent leben können.

Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» zieht Urs Lehmann von Lundbeck nach zwölf Monaten eine positive Bilanz. 4000 Patienten seien mit „Selincro“ behandelt worden. Therapeuten relativieren jedoch die Wirkung des Medikamentes.

Patienten litten oft unter Nebenwirkungen, sagt Martin Schmitz, Leitender Arzt bei der Forel-Klinik, dem Kompetenzzentrum für Suchterkrankungen. In der Packungsbeilage von «Selincro» sind Kopfschmerzen als sehr häufige Nebenwirkung aufgeführt.

Eine weitere Schwierigkeit sei, dass der Hersteller aus seiner Sicht noch zu wenig über die Wirkung des Produktes aufkläre. «Selincro» funktioniere erst unter Alkoholkonsum und müsse über einen gewissen Zeitraum eingenommen werden, damit es wirke.

Letztes Jahr verkauften die Schweizer Apotheken mehr Medikamente zur Behandlung von Alkoholkrankheiten, als in den vier Jahren zuvor. 18 018 Packungen waren es laut dem Schweizerischen Apothekerverband im 2014. 1290 mehr als im Vorjahr. Der Anstieg der Verkaufszahlen dürfte aber auf das neue Medikament «Selincro» zurückzuführen sein.

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