Erschliessung der Gewerbezone Grossmatt
Neue Wege in die Rudolfstetter Grossmatt gesucht

An der Einwohnergemeindeversammlung präsentierte der Gemeinderat Rudolfstetten verschiedene Varianten für die künftige Erschliessung der Gewerbezone Grossmatt. Die Information geriet dabei zum veritablen Schlagabtausch zwischen Anwohnern und Gemeindeammann Alfred Oggenfuss.

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Aargauer Zeitung

Wie erwartet gingen die Wogen am Freitagabend in Rudolfstetten hoch. Unter «Verschiedenes» informierte der Gemeinderat über den Stand der Arbeiten der Erschliessung des Gewerbegebietes Grossmatt. Gemeindeammann Alfred Oggenfuss präsentierte diverse Varianten, die das Planungsbüro Metron erarbeitet hat. Langfristig sollte ein neuer Zubringer von der Kantonsstrasse angestrebt werden.

Neue Strasse kostet Millionen

Entsorgungsstelle: Weitere Standorte prüfen

Der Gemeinderat wollte an der Friedlisbergstrasse eine neue unterirdische Ent-sorgungssammelstelle erstellen. Markus Ackermann stellte dagegen einen Rückweisungsantrag. Dies, weil rund 80 Prozent der Rudolfstetter Bevölkerung auf der anderen Dorfseite wohnen würden. Der Gemeinderat solle noch andere Standorte prüfen. Der Rückweisungsantrag wurde mit 71 Ja zu 58 Nein angenommen.

Die 156 (von 2638) Stimmberechtigten, die an der Versammlung teilnahmen, genehmigten sämtliche weiteren Traktanden. Drei Einbürgerungsgesuche, zwei Kreditabrech-nungen und eine leichte Erhöhung der Entschädigungen für den Gemeinderat in der kommenden Amtsperiode. Neu verdient der Gemeindeammann 31 900 Franken Grundhonorar sowie eine Spesenpauschale von 4400 Franken. In der vergangenen Amtsperiode erhielt er 29 800 Franken und eine Spesenpauschale von 4100 Franken. Der Vizeammann verdient neu 19 800 Franken, die übrigen Gemeinderäte 18 500 Franken plus eine Spesenpauschale von 3300 Franken. (dno)

Emotionale Diskussion

Bereits im November könnte der Gemeinderat einen Kredit für diese kurzfristige Variante beantragen, stellte Oggenfuss in Aussicht. So hätte der Gemeinderat genügend Zeit, den neuen Zubringer richtig zu planen. Das sei eine grosse Chance für die Gemeinde, um wieder mehr Arbeitsplätze im Dorf zu ermöglichen. Das konkrete Vorgehen wurde im Gemeinderat allerdings noch nicht diskutiert.

In der Folge wehrten sich die Anwohner der Gwindenstrasse vehement und emotional gegen die jetzige Situation. Mehrmals forderten sie den Gemeinderat auf, endlich ein Einbahnverkehrsystem über die Untere Dorfstrasse und die Gwindenstrasse einzuführen. Das verbale Pingpong-Spiel wurde erst durch eine Intervention von Lieni Füglistaller beendet.

Er stellte den Antrag, dass die Diskussion zu beenden sei. Der Nationalrat begründete dies damit, dass der Gemeinderat nun den ersten Teil seiner Hausaufgaben gemacht habe. Jetzt müsse man ihm Zeit geben, die vorgestellten Lösungsansätze zu vertiefen. Eine grosse Mehrheit der Versammlungsteilnehmer folgte dem Antrag. Die Anwohner der Gwindenstrasse fühlten sich von diesem Vorgehen übergangen und protestierten heftig.

Betrieb zeitweise eingestellt

Gemeinderat Daniel Wieser informierte schliesslich über die Geruchsemissionen der Firma Biopower Fardin. Im Winter musste das Biodiesel-Unternehmen teilweise den Betrieb einstellen, da der Treibstoff nicht abgesetzt werden konnte. Allerdings gingen auch während der Betriebseinstellung Beschwerden ein. Man werde auch in Zukunft ein waches Auge auf den Betrieb haben, versprach Daniel Wieser. Dazu gehören auch unangemeldete Kontrollen.

In zwei bis drei Wochen rechnet die Gemeinde mit einem Entscheid des Aargauer Regierungsrats zum noch hängigen Beschwerdeverfahren. Derweil stellt das Biodiesel-Unternehmen auch grosse Geldforderungen an die Gemeinde. Das Unternehmen stellt sich auf den Standpunkt, dass es die Schuld der Gemeinde sei, dass es zu den Beschwerden gekommen sei.