Strafprozessordnung
Neue Strafprozessordnung empört die Polizei

Mit der neuen Strafprozessordnung, die 2011 in Kraft tritt, werden die Fahndungsmethoden der Polizei massiv eingeschränkt.

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Verdeckter Ermittler

Verdeckter Ermittler

Keystone

Präventive Undercover-Ermittlungen gegen Pädophile sind mit dem neuen Bundesgesetz nicht mehr möglich: «Neu darf ein Polizist nicht mehr unter einem falschen Namen im Netz patroullieren, um allfällige Pädokriminelle ausfindig zu machen», sagt Beat Hensler, Präsident der kantonalen Polizeikommandanten und damit oberster Polizist der Schweiz, gegenüber dem «Sonntag».

Die Polizei hat weniger Kompetenzen, um Straftaten zu verhindern», so Hensler weiter: «Es wird wohl so sein, dass man das eine oder andere Delikt nicht mehr wird verhindern können.»

Die Polizei ist empört. «Eine inakzeptable Behinderung der Polizeiarbeit», kritisiert Heinz Buttauer, Präsident des Verbands Schweizerischer Polizei-Beamter. Eine verdeckte Ermittlung könne nur noch dann durchgeführt werden, wenn bereits ein Verbrechen begangen worden sei - also zu spät. «Der präventive Aspekt fällt weg», sagt Buttauer: «Jeder Privatdetektiv hat mehr Kompetenzen als die Polizei».