In Bellinzona traf sich Marino Carobbio mit der Bevölkerung, worauf sie sich nach eigener Aussage vor allem gefreut hatte. Um ein Zeichen zu setzen, will die "höchste Schweizerin" künftige Sessionen im Parlament auf Italienisch halten. Im Spezialzug von Bern nach Bellinzona konnten die Parlamentarier ein kleines Italienisch-Wörterbuch mit Begriffen aus dem Parlament studieren.

"Wenn ich schon das ganze Jahr auf Italienisch leiten werde, ist es gut, dass es auch die Kolleginnen und Kollegen verstehen können", sagte Carobbio.

Der Nationalrat hatte die 52-jährige SP-Politikerin am Montag zu Beginn der Wintersession zu seiner 198. Präsidentin gewählt. Nach elf Jahren im Parlament nimmt die Tessinerin nun für ein Jahr auf dem grössten Sessel des Ratssaals Platz.

Fournier "beeindruckt"

In Sitten wurde der neue Ständeratspräsident Jean-René Fournier empfangen - sein Extrazug hatte zuvor in Visp im Oberwallis Halt gemacht. Im Kantonshauptort gab es einen Umzug auf der Bahnhofstrasse mit mehreren hundert Kindern. Bei der Feier traf Fournier auch mit der Bevölkerung zusammen. Später gab es ein Bankett in Conthey, für welches über 800 Gäste angemeldet waren.

Fournier, der unter anderen von Bundespräsident Alain Berset begleitet wurde, erklärte sich "beeindruckt" von der Feier zu seinen Ehren. In einer Rede plädierte er für Mut zu eigener Meinung und gleichzeitig für Respekt vor den Mitmenschen.

Der Ständerat hatte Fournier am Montag gewählt. Der 61-jährige Walliser CVP-Politiker wurde Nachfolger der St. Galler FDP-Vertreterin und Bundesratskandidatin Karin Keller-Sutter.