Schule

Neue Promotionsordnung: «Mehr Arbeit für die Lehrer»

Seit dem neuen Schuljahr gibt es am Ende des Semesters kein Zeugnis mehr, sondern ein Zwischenbericht. Das wirft viele Fragen auf, wie eine Informationsveranstaltung der Schulen Dottikon und Hägglingen zeigte.

Andrea Weibel

Seit diesem Schuljahr gilt im Aargau in der Primarschule und der Oberstufe die neue Promotionsverordnung. Eine der wichtigsten Änderungen dabei ist, dass den Schülern nicht mehr jedes halbe Jahr ein Zeugnis ausgestellt wird, sondern nur noch am Ende des Schuljahres.

Nach einem Semester wird jeweils ein Zwischenbericht abgegeben. Dieser enthält zwar Noten, doch dienen diese nur zur Orientierung, haben keinen Einfluss auf das Jahreszeugnis und sind somit nicht beschwerdefähig.

Ansonsten kommt der Zwischenbericht ohne Noten, nur mit Worten aus. Und zwar mit den vier Abstufungen, aus denen die Lehrperson pro Fach oder pro Kriterium zu wählen hat: sehr gut, gut, genügend und ungenügend.

Förderorientierter

«Warum wird all das verändert? Was bringt das unseren Kindern?», fragte eine Mutter an der Informationsveranstaltung der Schulen Dottikon und Hägglingen im Schulhaus Risi. «So soll eine differenziertere und förderorientiertere Beurteilung ermöglicht werden», gibt Raphael Arnet zur Antwort.

Der Referent des Departements Bildung, Kultur und Sport des Kantons (BKS) war vorher selber jahrelang Lehrer und Schulleiter und versteht die Ängste der Eltern.

«Dafür sind vor allem die Beurteilungsdossiers wichtig.» Diese Dossiers enthalten Beurteilungsbögen, Prüfungen und aussagekräftige Arbeiten der Schüler und bilden die Grundlage für die Notengebung am Ende des Schuljahrs. Neben den Prüfungsnoten werden darin auch die Selbst- und Sozialkompetenzen der Schüler bewertet. «Das dient der ganzheitlichen Beurteilung der Schüler», erklärt Arnet.

Neue Namen für Altbekanntes

«Wird dann aber nicht der Aufwand für die Lehrer viel grösser sein?», warf eine andere Mutter die Frage auf. Arnet versicherte jedoch: «Zu Beginn wird der Aufwand für die Lehrer vermutlich schon etwas grösser ausfallen. Das sollte sich aber mit der Zeit einpendeln, denn das Beobachten und Beurteilen hat auch zuvor bereits zum Job der Lehrkräfte gehört.»

Marianne Kleiner, die Schulleiterin der Primarschule Hägglingen, stellte im Detail vor, was die Schulen Hägglingen und Dottikon ändern werden. Für sie ist klar: «Es wird einen Mehraufwand für die Lehrpersonen geben, aber gemeinsam können wir das schaffen.» Denn das Beurteilungsdossier sei lediglich ein neuer Name für das Notenheft, das Mäppli oder dergleichen, das schon lange existiere, machte sie Mut.

Sehr stolz sind Marianne Kleiner und Christian Gantenbein, Schulleiter der Primarschule Dottikon und der Kreisschule am Maiengrün, auf ihren eigens erstellten Beurteilungsbogen, der vom Kindergarten bis zur Oberstufe gelten soll. «Darauf stehen Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, wie das pünktliche Erscheinen im Unterricht», so Kleiner. Ihr Tipp: «Der Bogen kann sehr gut auch zu Hause für die Erziehung verwendet werden.»

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