Die Schweizer Sektion der gleichnamigen europäischen Koalition gegen Prostatakrebs wurde im September gegründet. Als Dachorganisation umfasse sie schweizweit alle bereits bestehenden Patientenorganisationen und Gruppierungen zu Prostatakrebs, heisst es in einer Mitteilung der Vereinigung.

Europa Uomo Switzerland will die Patienten in allen Phasen der Krankheit begleiten und unterstützen. Verbessern möchte sie namentlich die Früherkennung sowie das Vorgehen in der fortgeschrittenen, metastatischen Phase.

Nicht zu früh operieren

Eine wirkungsvolle Früherkennung habe einen besonders hohen Stellenwert. Sie soll gezielt bei potenziell gefährdeten Männern erfolgen, betont die Vereinigung. Sie kritisiert das übliche weitere Vorgehen, etwa Bestrahlung oder operative Entfernung der Prostata. Dies sei "nicht die ideale Lösung" angesichts der schwer wiegenden Nebenwirkungen wie Inkontinenz und Impotenz.

Deshalb trete Europa Uomo Switzerland für eine zeitlich verzögerte Behandlung und die "aktive Überwachung" des Patienten ein: Die Krankheitsentwicklung müsse aufmerksam beobachtet und eine Operation nur bei jenen Patienten vorgenommen werden, die darauf angewiesen seien.

Diese "aktive Überwachung" ist laut Vizepräsident Vincent Griesser "eine international anerkannte Methode". Sie bedinge allerdings eine intensive Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient, die wiederum einen hohen Wissensstand des letzteren voraussetze. Auch hierfür engagiert sich Europa Uomo Switzerland.

Die Patienten sollen nach Ansicht der Vereinigung selbst entscheiden können, welcher Therapie sie sich unterziehen möchten. Dies sei besonders dann wichtig, wenn sich die Krankheit trotz Therapie weiter ausbreite und kranke Zellen im Körper verbreite.

5300 neue Fälle pro Jahr

Prostatakrebs ist laut Europa Uomo Switzerland die häufigste Krebsart für Männer. In der Schweiz seien mehrere hunderttausend Menschen direkt oder indirekt davon betroffen. Jährlich würden 5300 neue Fälle diagnostiziert, und jedes Jahr stürben 1300 Menschen an der Krankheit.

Trotz dieser Verbreitung spreche man kaum darüber, betreffe die Krankheit doch die Intimsphäre der Patienten. Die Vereinigung setze sich deshalb für Strukturen ein, in denen Fachleute Beratung und Hilfe anbieten können.