Kampfjet

Neue Kampfjets: Schweden starten Lobby-Offensive

Die schwedische Gripen nach einer Landung in St. Stephan BE (Archiv)

Die schwedische Gripen nach einer Landung in St. Stephan BE (Archiv)

Die Schweiz hat leere Kassen, neue Kampfflugzeuge liegen nicht drin, sagt Bundesrat Ueli Maurer. Trotzdem startet der schwedische Rüstzungskonzern Saab eine Grossoffensive in Sachen öffentlichem Lobbying: Bevölkerung und Politik sollen auf ihren Vogel «Gripen» eingeschworen werden.

Bundesrat Ueli Maurer ist überzeugt, neue Kampfflugzeuge nicht über das ordentliche Budget des Bundes finanzieren zu können. Nur über eine Zusatzfinanzierung sei eine Beschaffung der neuen Vögel machbar. Dieser Weg ist jedoch hoch problematisch, denn faktisch würden so die neuen Flugzeuge mit zusätzlichen Schulden erkauft, was durch die Schuldenbremse verbietet.

Die Eidgenössische Finanzverwaltung liess sich darum auch vernehmen, ein Sonderkredit für neue Kampfjets sei gesetzeswidrig.

Kampagne wie vom Tourismus-Büro

Um den alles andere als sicheren Kampfjet-Auftrag balgen sich die Franzosen von Dassault mit ihrem Vogel «Rafale», der europäische Rüstzungsriese EADS mit dem «Eurofighter» und SAAB aus Schweden mit ihrem «Gripen». Trotz der unsicheren Lage gibt jetzt der Schwedische Rüstungskonzern nochmals Vollgas: In ganzseitigen Inseraten in diversen Schweizer Tageszeitungen wird die «logische Partnerschaft» zwischen der Schweiz und Schweden beschworen. Die Länder verbinde vieles: wirtschaftliche Unabhängigkeit, hohe Lebensqualität und eine Sicherheitspolitik im Dienste der Neutralität. Die Inserate mit dem Hinweis auf die Website www.gripen.ch könnten direkt von einer Image-Kampagne der Tourismus-Industrie stammen.

Saab stellte der Schweiz schon 2003 umfangreiche Gegengeschäfte in Aussicht, ein Argument, für das eine weitere Aktionsgruppe im Internet wirbt: die «Informationsgruppe PRO-Kampfflugzeuge». Sie entstammt dem Umfeld von Ex-Polizist und Pressdok-Inhaber Hans-Ulrich Helfer. Seit etwas mehr als einem Jahr hat er seine Seite aufgeschaltet und wirbt im Web für die Vorteile von Kompensationsgeschäften.

Bisher galt monatelang Dassaults «Raffale» als Favorit. Doch inzwischen ist Saabs Angebot nach vorne gerückt. Die Schweden sollen als einziger der drei Bewerber die verlangten 22 Flieger für 2,3 Milliarden Franken angeboten haben.

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