Sechs Vorschläge für eine neue Nationalhymne präsentiert die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, SGG, auf ihrer Homepage. Einer davon soll den laut der SGG veralteten Schweizer Psalm ablösen. 

SVP-Nationalrat Hans Fehr ist alles andere als begeistert von den «modernen» Alternativen. «Ich habe mir die Mühe gemacht, die sechs Vorschläge textlich und melodiös zu prüfen und ich muss sagen: Keine einzige dieser sechs Varianten erfüllt meine Ansprüche.» Erhaben und feierlich müsse eine Schweizer Hymne sein, sagte er in der Sendung «TalkTäglich» am Mittwochwabend.

Vor allem an den Textvorschlägen stört sich der SVP-Politiker. Er zitiert etwa: «Lasst uns nehmen an den Händen und sie reichen auch den Fremden.» Das sei «Ringelreien-Versli, Multikulti, Psychedelik, Christian Morgenstern und SP-Programm». «Ich finde das unwürdig.»

«Nicht mehr die heutige Sprache»

Lukas Niederberger, Geschäftsleiter der SGG, findet die alte Schweizer Nationalhymne verstaubt. Dieses Empfinden untermauert der Leiter des Projekts für eine neue Nationalhymne auch gleich mit Fakten: «Text und Musik sind aus dem Jahre 1840, die Nationalhymne ist aber erst seit 1981 offiziell.»

Viele Leute hätten das Gefühl, die SGG wolle mit dem Hymnen-Projekt nach nur 30 Jahren schon wieder etwas ändern. «Sie sind sich aber nicht bewusst, dass der Text schon 170 Jahre alt ist», so Niederberger.

Bestimmte Ausdrücke in diesem alten Text – Abendglühen, Nebelflur, heeres Vaterland – gehörten nicht mehr zum heutigen Sprachgebrauch und würden deshalb auch nicht verstanden, ist Niederberger überzeugt.

«Da ist Gottvertrauen drin»

Aber nicht nicht nur veraltet sei die Hymne, «er hat keine Schweizer Werte drin». Komme dazu, dass es 1840 die moderne Schweiz noch gar nicht gegeben habe – der Gebetstext des Schweizer Psalm sei nicht zum Zwecke einer Nationalhymne geschrieben worden. 

Da ist SVP-Nationalrat Hans Fehr ganz anderer Meinung: Der Schweizer Psalm habe Tiefgang, findet er. «Ich verstehe nicht ganz, weshalb Sie Schweizer Werte vermissen, Herr Niederberger. Das ist doch ein Aufruf, zusammenzustehen, zur Versöhnung, zur Besinnung auf die Heimat. Da ist sehr viel Gottvertrauen drin, da ist eine Urkraft drin.» (smo)

Hören Sie selbst und stimmen Sie ab:

Neue Nationalhymne – Beitrag A: «Weisses Kreuz auf rotem Grund»

Neue Nationalhymne – Beitrag A

Neue Nationalhymne – Beitrag B

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Neue Nationalhymne – Beitrag C

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Neue Nationalhymne – Beitrag D

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Neue Nationalhymne – Beitrag E

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Neue Nationalhymne – Beitrag F

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Hier gehts zur offiziellen Abstimmung auf chymne.ch.

Brauchen die Schweiz eine neue Nationalhymne? Sehen Sie hier das ganze «TalkTäglich»-Streitgespräch.

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