Synode der Reformierten Ladeskirche Aargau
«Neubau hebt alle Nachteile auf»

Am 10. Juni entscheidet die Synode der Reformierten Landeskirche Aargau, ob man sich in einem Neubau einmieten will oder nicht. Bereits am Mittwoch wird das Thema die Gemüter an einer ausserordentlichen Synode erhitzen.

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Neubau Kirche Aarau

Neubau Kirche Aarau

Aargauer Zeitung

Mathias Küng

Der Kirchenrat der Reformierten Landeskirche Aargau baut auf einen geplanten 8-Millionen-Büroneubau ihrer Pensionskasse am Stritengässli im Schachen in Aarau. Sie will sich dort einmieten. Dies, weil die Arbeitsplätze der Landeskirchlichen Dienste heute auf verschiedene Standorte verteilt sind.

Ein Teil findet im «Haus der Kirche» an der Augustin-Keller-Strasse in Aarau Platz. 12 Arbeitsplätze am Effingerweg befinden sich in als Büros umgenutzten Wohnungen. Dies ist aber nicht zonenkonform und wird von Aarau nur geduldet.

Mehrausgaben 125 000 Franken jährlich

Nach Prüfung verschiedener Varianten zur Lösung der unbefriedigenden Situation und von Platznot hat sich der Kirchenrat für die Einmietung im «Haus am Stritengässli» entschieden. Da könne man 30 Arbeitsplätze zusammenführen und die Dienste effizienter gestalten.

Der Synode beantragt der Kirchenrat, das Bauprojekt der Pensionskasse zustimmend zur Kenntnis zu nehmen, die Miet-Mehrausgaben bis zu einem Kostendach von 125 000 Franken jährlich und den Innenausbau für bis 1,2 Millionen Franken zu genehmigen. Und für bis 250 000 Franken soll das Mobiliar ergänzt werden.

Gegen dieses Vorhaben erhob sich intern rasch Opposition und der Ruf nach einer ausserordentlichen Synode wurde laut. Diese findet heute Abend in Aarau statt. Sie ist ausschliesslich dem Traktandum «Haus am Stritengässli» gewidmet.

Behandelt wird eine unter Führung des Seenger Pfarrers und Synodalen David Lentzsch zustande gekommene Interpellation mit bohrenden Fragen zum Thema. Lentzsch und die Mitunterzeichnenden - die den zusätzlichen Raumbedarf nicht bestreiten - wollen wissen, wie eine so grosse Investition angesichts des Mitgliederschwunds und eher abnehmender Mittel gerechtfertigt werden könne.

Weiter geht daraus die Furcht hervor, dass Kompetenzen der Kirchgemeinden an die zentrale Verwaltung delegiert werden könnten. Auch sorgen sich die Interpellanten, was die Bevölkerung vom «Palast» im Schachen denken könnte, und verweisen auf die grössere Distanz des neuen Standortes zum Bahnhof.

Mit Blick auf die heutige ausserordentliche Synode - entschieden wird erst an der ordentlichen Synode vom 10. Juni in Menziken - hat der Kirchenrat die vielen Fragen beantwortet. Die Furcht, die Synode könnte in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt sein, verneint er klar. Es bestünden «keine rechtlich verbindlichen Absprachen oder Verträge zwischen dem Kirchenrat und der Landeskirche».

Die Verwaltungskommission der Pensionskasse habe den Bau des Hauses beschlossen. Diesen Beschluss würde sie aber «nach einem eventuellen ablehnenden Entscheid der Synode» überprüfen. Beim neuen Standort erhöhe sich der Fussweg zum Bahnhof um 7 auf 12 Minuten, dafür habe man im Schachen eine bessere Verkehrssituation. Seine Gesamtbeurteilung: «Der Neubau hebt alle Nachteile des bisherigen Standortes auf.»

Lentzsch will Diskussion beantragen

Pfarrer Lentzsch betont gegenüber der MZ, ihm sei es vorab darum gegangen, dass die Synode am Entscheid partizipieren kann. Er wird heute Abend Antrag auf Diskussion stellen. Wobei ihn weiterhin grundlegende Fragen zur Aufgabenverteilung umtreiben. Er erachtet die Kosten von gesamthaft 9,45 Millionen Franken für den «Palast» (Lentzsch) am Stritengässli weiterhin als sehr hoch. Letztlich hofft er aber, dass die Synode nach gewalteter Diskussion einen gut begründeten Entscheid fällen kann.

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