Flusskraftwerk Rheinfelden
Neubau eines Stegs ist denkbar

Die Volksinitiative zum Erhalt des alten Kraftwerks und des Eisenstegs heimste einen neuen Erfolg ein: An der Versammlung der Einwohnergemeinde verbuchte der Gemeinderatsantrag 230 Stimmen, die Abbruch-befürworter brachten es auf 142. Dem Präsidenten der IG Pro Steg, Peter Scholer, fiel ein Stein vom Herzen.

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Flusskraftwerk Rheinfelden

Flusskraftwerk Rheinfelden

Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Nun muss Stadtammann Franco Mazzi die Grundkonzeption und Finanzierungsvarianten in Bern erläutern. Im Bahnhofsaal herrschte am Mittwochabend Grossandrang. Von 7033 Stimmberechtigen waren 406 anwesend, auf der Empore drängten sich überwiegend Gäste aus der badischen Nachbarstadt, unter ihnen Oberbürgermeister Eberhard Niethammer, aber auch Vertreter der Energiedienst AG mit Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung, an der Spitze.

Sie alle wollten hautnah die Diskussion um Abbruch oder Erhalt des alten Kraftwerk-Ensembles mitverfolgen. Die Position der Energiedienst wurde vergangene Wochen anlässlich einer Medienorientierung zweifelsfrei bekräftigt (siehe AZ vom 4. Dezember): Ökologie geht vor Denkmalschutz, am Abrisszeitplan wird angesichts der im Einklang zwischen deutschen und Schweizer Behörden erteilten Baubewilligung festgehalten.

Stadtammann Franco Mazzi wies unmissverständlich auf den obersten Grundsatz hin, dass der Bau des neuen Kraftwerks und dessen Inbetriebnahme «keinesfalls infrage gestellt» werden dürfe. Gemeindeversammlung und Gemeinderat hätten «nicht die Kompetenz für ein Moratorium». Die Initiative stelle vielmehr ein politisches Mandat mit dem Ziel dar, mit den zuständigen Behörden und Umweltverbänden Gespräche zu führen und Investoren zu suchen. Der Gemeinderat könne auch keine finanziellen Verpflichtungen oder Risiken eingehen. «Gelingt der Erhalt des alten Kraftwerks nicht, macht auch der alte Steg keinen Sinn und der Gemeinderat würde sich für den Bau eines neuen einsetzen, schliesslich sind im Finanzplan dafür 1 Million Franken vorgesehen.»

Noch eins signalisierte der Stadtammann: «Erst wenn alle Beteiligten einverstanden sind, hat die Abänderung der Baubewilligung eine Chance.»

Dass die Rheinfelder Stadtentwicklung stark mit dem alten Kraftwerk zusammenhängt, beschrieb Beat Suter von der Metron Raumentwicklung AG. Es handle sich um einen «Impulsgeber». Er hielt es für realistisch, Teile des alten Kraftwerks auf eine Brückenkonstruktion zu stellen, um eine Durchflussmöglichkeit und so einen Fischaufstieg anzulegen.

Von einer «Ikone der Technik» sprach Sabine Meier, die sich gemeinsam mit Kornelius Götz von der AG Kultur- und Restaurierungsberatung mit Nutzungs- und Finanzierungskonzept beschäftigte. Als Vorschläge kamen: Ausstellung zur Geschichte des Kraftwerks, Forum beider Rheinfelden mit Tagungsbereich und Ausbildungszentrum, Pachtflächen für Gewerbe mit Umwelt- oder Energieaktivitäten. Also: ein Kompetenzzentrum für Natur und Wirtschaft.

Als Träger können sich die Fachleute eine Stiftung vorstellen mit rund 3 Millionen Grundkapital, resultierend aus den budgetierten Abbruchkosten. Zur Sicherung der Betriebskosten werden die Eintritte von Besuchern und die Pachteinnahmen von Firmen erwartet.