Staatspräsident Schimon Peres und der bisherige Regierungschef Ehud Olmert betonten bei der Feier zur Amtsübergabe in Jerusalem, es gebe keine Alternative zum Friedensprozess. Auch der Sondergesandte des Nahost-Quartetts, Tony Blair, sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mahnten zu einer Zwei-Staaten-Lösung.

Netanjahu hatte sich während seiner Regierungserklärung am Dienstag in der Knesset zwar zu weiteren Friedensverhandlungen mit den Palästinensern bereit erklärt. Er vermied aber Formulierungen wie Palästinenserstaat oder Zwei-Staaten-Lösung.

Der Vorsitzende des rechtsgerichteten Likud verfügt nach dem Beitritt der strengreligiösen Partei Vereinigtes Tora-Judentum zu seiner Koalition über eine Mehrheit von 74 der 120 Parlamentssitze. Mit 30 Ministern und 9 stellvertretenden Ministern hat Netanjahu das grösste Kabinett in der israelischen Geschichte berufen.

In einer emotionalen Ansprache sagte Olmert bei der Amtsübergabe an Netanjahu: "Der Staat Israel hat keine andere Alternative als das Streben nach einer Friedensvereinbarung."

Der Nahost-Sondergesandte Tony Blair sagte in Brüssel, ohne eine Zwei-Staaten-Lösung werde es keine Fortschritte geben. Sollte sich 2009 nichts bewegen, sei der Friedensprozess in "grosser Gefahr".

Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon appellierte an Netanjahu, sich für einen umfassenden Frieden zwischen Arabern und Israelis einzusetzen.