Atomwaffen

Netanjahu sagt Teilnahme an Obamas Atom-Gipfel ab

Israels Premier Benjamin Netanjahu

Israels Premier Benjamin Netanjahu

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat seine geplante Teilnahme am Atom-Gipfel kommende Woche in den USA abgesagt. Netanjahu habe Kenntnis davon erlangt, dass Ägypten und die Türkei die mutmasslichen Atomwaffen Israels dort zum Thema machen wollten.

Ägypten und die Türkei wollten Israel auf dem Gipfel auffordern, den Atomwaffensperrvertrag zu unterschreiben, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Allgemein wird davon ausgegangen, dass Israel Atomwaffen besitzt. Das Land selbst hat dies jedoch nie offiziell bestätigt oder dementiert.

Auf Einladung von US-Präsident Barack Obama treffen sich kommende Woche rund 50 Staats- und Regierungschefs in Washington. Ziel ist eine Vereinbarung darüber, dass die Länder gefährliches Atommaterial in Militär- und Forschungseinrichtungen sowie in der Medizin so schützen, dass es Terroristen nicht in die Hände fallen kann.

Der Atomwaffensperrvertrag (Non-Proliferation Treaty), der die Verbreitung von Nuklearwaffen verbietet, wurde bisher von knapp 190 Staaten unterzeichnet, nur nicht von den inoffiziellen Atomstaaten Israel, Indien, Nordkorea und Pakistan.

Das Verhältnis zwischen Israel und den USA hat sich in den vergangenen Monaten stark abgekühlt. Netanjahu hatte sich Mitte März in Washington mit Obama getroffen. Dabei gaben sich die Politiker weder vor laufender Kamera die Hand, noch gab es eine gemeinsame Abschlusserklärung. Israelische Beobachter sprachen von einer Demütigung ihres Regierungschefs.

Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" online berichtete, soll an Netanjahus Stelle Geheimdienst- und Atomenergieminister Dan Meridor an der zweitägigen Konferenz teilnehmen.

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