Aarwangen
«Nein – wir geben keine Auskunft!»

Seit Dienstagmittag wird in der Aare bei Aarwangen ein Armeeangehöriger vermisst. Wie es nun weitergeht – auch mit dem Eidgenössischen Pontonier-Wettfahren – weiss niemand.

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Pontonier

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Solothurner Zeitung

JULIAN PERRENOUD

Hundestaffeln, Armee- und Polizeitaucher sowie ein Helikopter suchen bei Aarwangen seit vorgestern unentwegt Fluss und Ufer ab. Doch vom jungen Rekruten, der beim Aufstellen der Posten fürs Eidgenössische Pontonier-Wettfahren (26. bis 28. Juni) mithalf, fehlt jede Spur. Unterhalb von Bannwil, wo die Armee zu Mittag ass, soll er verschwunden sein. Gestern bestätigte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), dass es sich um einen Badeunfall handelte (vergleiche Text auf Seite 18). Ansonsten herrscht bei den Einsatztruppen gegenüber der Öffentlichkeit striktes Sprechverbot - auch bei einem Augenschein vor Ort.

Zwei Armeehundeführer, die von Wynau her nach Aarwangen zurückkehren, verweisen auf eine Hotline. «Informationen zum Stand der Suche dürfen wir keine geben», sagt der eine. Einzig, dass sie noch den ganzen Tag über weitersuchen werden. Beim Klubhaus des Pontonier-Sportvereins bereitet sich ein Armee-Trupp auf einen Einsatz vor. Auch hier: «Keine Auskunft!»

Das Wasser ist schmutzig

Die Arbeiten fürs Pontonier-Wettfahren sind zum Erliegen gekommen. Wann sie weitergehen werden, weiss niemand. Weder OK-Präsident Beat Joss, noch Bauchef Markus Glanzmann wollen sich diesbezüglich äussern. Das habe nicht Priorität, sagen beide. Die Katastrophenhilfe des Bereitschaftsverbandes war seit anderthalb Wochen mit den Aufbauarbeiten beschäftigt.

In Aarwangen ist der vermisste Rekrut Gesprächsthema Nummer eins: Bewohner reden auf der Strasse darüber, ständig kreuzen sich Armeelastwagen. Fotografen durchkämmen die Gegend für ein geeignetes Sujet.

«Die ganze Nacht hat das Militär auf dem Wasser nach dem Vermissten gesucht - mehr weiss ich nicht», sagt ein Anwohner. Der Aarepegel ist hoch, das Wasser schmutzig. Es werde schwierig, darin eine Leiche zu finden, sagt er und blickt aufs Wasser. Noch am Dienstag habe er dessen Temperatur gemessen. «16 Grad. Das hält keiner lange aus.» Das Unglück sei für das bevorstehende Pontonier-Wettfahren gar nicht gut. Eine Frau an der Schwarzhäusernstrasse sagt, dass sie ständig den Armee-Helikopter gehört habe. «Es ist tragisch. Hoffentlich finden sie den Rekruten bald.»

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