Justiz

Negativer Entscheid für Architekten des St.Galler «Baumhaus»

Das umstrittene Baumhaus in St. Gallen

Das umstrittene Baumhaus in St. Gallen

Das Bundesgericht sieht keinen Grund, auf den Teilabriss des um 36 Zentimeter zu hoch gebauten «Baumhauses» am St. Galler Rosenberg zu verzichten. Es hat das Revisionsgesuch des Architekten abgewiesen.

Der Streit um das überhöhte Einfamilienhaus dauert nun schon mehr als fünf Jahre. Im April 2007 entschied das Bundesgericht, dass dem fünfstöckigen, an den Hang gebauten und von Bäumen umgebenen Haus die "Krone" gestutzt werden muss.

Dagegen gelangte der verantwortliche Architekt im vergangenen April mit einem Revisionsgesuch an die Richter in Lausanne. Er argumentierte, dass im bundesgerichtlichen Verfahren von 2007 noch davon ausgegangen worden sei, dass der Rückbau rund 200 000 Franken kosten würde.

Nach dem Rückbauentscheid der Stadt vom vergangenen 9. Januar und den hierauf eingeholten Schätzungen sei indessen klar geworden, dass die Kosten rund 480 000 Franken betragen. Das seien 25 bis 30 Prozent der gesamten Baukosten, was nicht mehr verhältnismässig sei.

Damit liegt laut Bundesgericht allerdings kein Revisionsgrund vor. Gemäss dem Urteil hätte der Architekt bereits 2007 Grund dazu gehabt, die vom Hochbauamt genannte Summe von 200 000 Franken für den Rückbau in Abrede zu stellen und selber konkrete Zahlen zu präsentieren.

Die heute vorgelegten Expertenberichte hätte ohne weiteres bereits 2007 eingeholt werden können. Keine Rolle spiele im übrigen, dass das Haus mittlerweile mehrfach ausgezeichnet worden sei.

Der Baupolizei war bereits 2004 bei einer Rohbau-Kontrolle aufgefallen, dass das Haus die zulässige Bauhöhe übersteigt. Sie verfügte einen Baustopp. Der Betonkubus wurde aber fertiggestellt.

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