Der Wisenbergtunnel als dritter Juradurchstich zwischen Liestal und Olten sei «international, national und regional unabdingbar». Diese klare Botschaft steht in einem offenen Brief an Verkehrsministerin Doris Leuthard (siehe Dokument), den die Regierungsvertreter der Nordwestschweizer Kantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn heute in Basel symbolisch unterschrieben. Die Aktion wird unterstützt von Vertretern der Exekutive, Legislative, der Wirtschaft und der Verkehrsverbände aller vier Kantone.

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Es braucht genügend Kapazität

Die Regierungsvertreter waren sich einig, dass die Planungen zur Alpentransversale am Gotthard und Lötschberg nur vollständig seien, wenn die Zufahrten im Norden genügend Kapazität hätten.

Sie betonten die Rolle Basels als Einfallstor aus dem ganzen Nordwesten Europas in die Schweiz. Der Jura dürfe nicht zum Nadelöhr der europäischen Nord-Süd-Strecke werden.

Dieter Schenk vom Komitee «Pro Wisenberg» zeigte sich «masslos enttäuscht» darüber, dass der Wisenbergtunnel als dritter Juradurchstich nicht ins Konzept «Bahn 2030» aufgenommen wurde.

Dritter Juradurchstich ist entscheidend

Der Baselbieter Regierungsrat Peter Krähenbühl forderte vom Bundesrat und den SBB «endlich Planungssicherheit». Er befürchtet unter anderem, die geplante Verdichtung des S-Bahn-Taktes zwischen Basel und Liestal könne ins Hintertreffen geraten, wenn sich Güter- und Regionalverkehr in Zukunft auf zu wenigen Schienen den Platz streitig machten.

Christina Spoerry vom Aargauer Verkehrsdepartement bestätigte den «Boom des Aggloverkehrs» in der Schweiz. Der Aargau fordere deshalb den vierspurigen Gleisausbau von Basel nach Zürich und Luzern. Der dritte Juradurchstich sei dabei ein entscheidendes Element.

Verschiedene Varianten möglich

Basels Regierungsrat Hans-Peter Wessels betonte die Bedeutung der Nordwestschweiz als «zweitwichtigster Wirtschaftsstandort der Schweiz», der auf die Juraquerung angewiesen sei.

Die kurze Version des Wisenbergtunnels beginnt erst in Sissach statt in Liestal, die direkte Version führt bis Aarau, die Y-Version hat einen zusätzlichen Ausgang in Olten. Welche der Varianten umgesetzt wird, ist laut Krähenbühl für die Kantone nachrangig.

Auch für Alternativen zum Wisenberg sei man offen, wenn nur die nötigen Kapazitäten geschaffen würden. Die SBB argumentierten diese Woche gegenüber der az, die Route durch den Bözberg im Fricktal habe genug Kapazitäten für den zukünftigen Güterverkehr.