Afghanistan

NATO-Chef: Europa schickt lieber mehr Ausbilder an Hindukusch

NATO-Chef verteidigt Haltung der Europäer

NATO-Chef verteidigt Haltung der Europäer

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat in seiner ersten grossen Rede vor US-Publikum die Haltung der Europäer im Afghanistan-Konflikt verteidigt.

"Wir sollten unseren Einsatz für die Ausbildung afghanischer Kräfte verstärken", sagte der ehemalige dänische Ministerpräsident am Montag vor dem Atlantischen Rat in Washington. "Ich halte es für einfacher für die Europäer, Personal und Geld zu den Ausbildungsprogrammen beizutragen als Kampftruppen zu schicken."

Rasmussen ging zudem auf die in den USA weit verbreitete Kritik an den Beiträgen der Verbündeten ein. In den vergangenen eineinhalb Jahren seien aus den anderen NATO-Staaten 9000 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan geschickt worden.

"Die Verbündeten scheuen den Kampf nicht, entgegen der gängigen Meinung", sagte er in seiner Rede. Die Kritik sei nicht gerechtfertigt und drohe die Bereitschaft der Verbündeten zu weiteren Opfern zu verringern.

Die europäischen Verteidigungsminister zeigten sich gegenüber einer Aufstockung erneut zurückhaltend. "Wenn ich so auf Europa schaue, höre ich keine Stimme, die sagt, wir schicken weitere fünf- oder zehntausend Soldaten nach Afghanistan", sagte der dänische Ressortchef Sören Gade am Rande eines informellen Treffens mit seinen EU-Kollegen in Schweden.

Der oberste Befehlshaber der US- und NATO-Truppen in Afghanistan hat kürzlich vor einer Niederlage gewarnt, sollten die Einsatzkräfte nicht noch einmal verstärkt werden. Verteidigungskreisen zufolge hält er zusätzlich 30'000 bis 40'000 Soldaten für nötig.

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