Nationalrat Zemp tritt zurück weil er sich schämt
Nationalrat Zemp tritt zurück - weil er sich schämt

Nicht die Belastung ist zu gross geworden, wie gestern gemeldet. Der Aargauer CVP-Nationalrat Markus Zemp tritt ab, weil er sich schämt, wie im Falle der UBS in Bern Politik gemacht wurde.

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Seit fünf Jahren sitzt Markus Zemp für die CVP in Bern. Er folgte 2006 im Nationalrat auf Doris Leuthard, die zur Bundesrätin gewählt wurde. Jetzt hat der 56-jährige Agroingenieur aus Schafisheim genug, ja die Nase gestrichen voll von der Bundespolitik.

«Ich schäme mich dafür», wiederholt er gegenüber der «Aargauer Zeitung» Aussagen, die er heute auch im «Blick» gemacht hat.

Zemp schämt sich wegen der Art und Weise, wir rund um den UBS-Deal taktierte wurde. Diese Ränkespiele und auch Kehrtwendungen findet der gewichtige Landwirtschaftpolitiker abstossend. Statt beim Beruf kürzer zu treten, wie er ursprünglich vorhatte, tritt er
nun bei der Politik kürzer.

Dies soll es ihm auch erlauben, mehr Zeit der Familie zu widmen, vor allem den Enkelkindern, wie er gegenüber Radio Argovia sagte.

Zemps Abrechung stösst bei den Aargauer Ratskollegen auf wenig Verständnis. Die Belastung sei zwar hoch, sagen sie unisono. Wegen einem Einzelgeschäfte die Flinte ins Korn zu werfen, das geht den meisten zu weit. «Im Parlament geht es hart zu, das gibt es Ränkespiele», sagt SVP-Vertreter Ulrich Giezendanner gegenüber Radio Argovia. Er bedauert den Rücktritt sehr.

SP-Mann Max Chopard findet es eine Überreaktion, wegen eines Einzelgeschäftes abzutreten. Auch wenn dieses Geschäft für den Parlamentesbetrieb kein Ruhmesblatt sei. Der grüne Gerry Müller findet, dass sich jeder selbst entscheiden muss, ob er sich zu schämen hat. «Ich habe keinen Grund dazu. Ich kann hinter dem stehen, was ich tue», so Müller. CVP-Nationalrätin Ruht Humbel schliesslich findet den Entscheid sehr konsequent. Zemp habe sich eben masslos geärgert. (rsn)

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