Wer heute ein Stück Wald roden will, muss die gleiche Fläche andernorts wieder aufforsten. An diesem Prinzip wollen die Räte zwar grundsätzlich festhalten. Sie wollen es aber in einigen Punkten aufweichen.

Während der Wald in den Berggebieten wachse, stehe er im Mittelland nach wie vor unter Druck, sagte Beat Jans (SP/BS) im Namen der vorberatenden Kommission. Diesen unterschiedlichen Realitäten gelte es Rechnung zu tragen.

Die Kommission schlug vor, dass in Gebieten mit zunehmender Waldfläche anstelle von Realersatz gleichwertige Massnahmen zu gunsten des Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden können.

Druck auf Mittelland-Wälder nicht erhöhen

In allen übrigen Gebieten soll nur ausnahmsweise auf Realersatz zu gunsten von gleichwertigen Massnahmen verzichtet werden können. Bedingung ist, dass so landwirtschaftliches Kulturland sowie ökologisch oder landschaftlich wertvolle Gebiete geschont werden können. Auf den Rodungsersatz soll auch bei Waldstücken verzichtet werden können, die in den letzten 30 Jahren eingewachsen sind.

Vertreter aus den Reihen von SVP und FDP wollten weitergehen. Albert Rösti (SVP/BE) beantragte, dass auch im Mittelland oder anderen Gebieten wo sich der Wald nicht ausbreitet, auf Realersatz verzichtet werden kann, soweit landwirtschaftliches Kulturland erhalten wird oder gleichwertige Massnahmen des Natur- und Landschaftsschutzes getroffen werden. Und Hans Grunder (BDP/BE) forderte eine Frist für vergandetes Land von 40 statt 30 Jahren.

Referendumsdrohung

Die linken Parteien, die CVP, die Grünliberalen und die zuständige Bundesrätin Doris Leuthard warnten vor diesen Anträgen. Damit drohe der Wald im Mittelland ganz zu verschwinden, sagte etwa Martin Bäumle (GLP/ZH).

Bei der Einzonung von Landwirtschaftsland würde so als Ersatz für das Kulturland Wald gerodet und urbar gemacht. Damit gerate der Wald immer mehr unter Druck, sagte Bäumle und drohte mit einem Referendum für den Fall, dass das Waldgesetz so stark gelockert würde.

Andere Parlamentarier wiesen auch darauf hin, dass eine frühere Revision des Waldgesetzes genau an dieser übertriebenen Lockerung gescheitert sei. Die Warnungen verhallten nicht ungehört. Der Antrag Rösti wurde mit 106 zu 65 Stimmen abgelehnt, jener von Grunder mit 98 zu 79 Stimmen.