Erziehung

Nationalrat will kein Züchtigungsverbot im Gesetz

Ein ausdrückliches Verbot für körperliche Züchtigung gibt es in der Schweiz nicht. (Symbolbild)

Ein ausdrückliches Verbot für körperliche Züchtigung gibt es in der Schweiz nicht. (Symbolbild)

Der Nationalrat will elterliche Züchtigungen nicht ausdrücklich verbieten. Er hat eine Motion der Zürcher SP-Nationalrätin Chantal Galladé, die ein Verbot verlangte, am Mittwoch mit 128 zu 51 Stimmen bei 6 Enthaltungen abgelehnt.

Das Recht der Eltern, ihre Kinder zur Erziehung körperlich zu züchtigen, wurde schon 1978 abgeschafft. Ein ausdrückliches Verbot existiert aber nicht.

Die Schweiz sei eines der wenigen Länder, in welchen kein solches Verbot gelte, sagte Galladé. Auch ein klärendes Bundesgerichtsurteil gebe es nicht. Unter Erwachsenen seien Ohrfeigen verboten, sagte Galladé. "Ich verstehe nicht, warum das einem Kind gegenüber möglich sein sollte."

Die Anwendung von Gewalt habe keinen Platz in der Erziehung, betonte Justizministerin Simonetta Sommaruga. Ein ausdrückliches Verbot im Zivilrecht oder im Strafrecht sei aber nicht nötig. Wichtiger sei Prävention. Sommaruga erinnerte auch daran, dass Strafverfahren innerhalb der Familie den Familienfrieden und damit auch Kinder belasten könnten.

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