Mit 102 zu 93 Stimmen setzte sich eine Mitte-Links-Mehrheit knapp durch - auch dank einzelnen Stimmen aus der FDP. Die vorberatende Sozialkommission hatte die Initiative mit Stichentscheid des Präsidenten Thomas de Courten (SVP/BL) zur Abschreibung empfohlen.

Die Initiative fordert, dass Erwerbstätige, die ein Kind vor dem vollendeten 4. Lebensjahr adoptieren, ein Recht auf zwei Wochen bezahlten Mutter- oder Vaterschaftsurlaub haben. Finanziert werden soll dieser Urlaub wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung (EO).

Neuer Anlauf

Der knappe Entscheid zeigt, wie kontrovers das Thema seit Jahren diskutiert wird. Die Initiative war vor sechs Jahren von Marco Romano (CVP/TI) eingereicht worden. Seither gibt es ein dauerndes Auf und Ab.

Der Vorschlag eines Adoptionsurlaubs sei in der Vernehmlassung heftig kritisiert worden, begründete die Kommissionsmehrheit am Freitag ihren Willen zur Abschreibung. Der Adoptionsurlaub sei als unnötiger und nicht sachgerechter sozialpolitischer Ausbau kommentiert worden.

Das Ansinnen müsse zum Wohl von adoptierten Kindern aufrechterhalten werden, argumentierte dagegen Benjamin Roduit (CVP/VS) namens der Kommissionsminderheit. Ein Adoptionsurlaub sei für Eltern und Kind wichtig für den Aufbau der Verbindungen innerhalb der Familie.

Eine knappe Mitte-Links-Mehrheit setzte sich schliesslich knapp durch.