Es sei zwar richtig, dass die Schweizer Ernährungspolitik auf dem Prinzip der Eigenverantwortung aufbaue, sagte die Aargauer Christlichdemokratin Ruth Humbel Näf zur Begründung ihres Vorstosses. Die steigende Zahl übergewichtiger Menschen zeige aber, dass dies nicht genüge. Mit klaren Deklarationen werde die Eigenverantwortung zusätzlich gefördert.

Neben den Gesundheitswarnungen schwebt Humbel Näf die Einführung eines "Ampelsystems" vor, mit welchem sich der Kaloriengehalt eines Lebensmittels an der Farbe der Verpackung ablesen liesse. Zudem dürften kalorienreiche Lebensmittel wie Milchriegel für Kinder nicht mehr als "gesund" angepriesen werden.

SVP und FDP bekämpften das Anliegen: Die vorgeschlagenen Massnahmen seien teuer und unwirksam, sagte Jürg Stahl (SVP/ZH). Werbeverbote schädigten zudem den Wettbewerb. "Verteufeln sie nicht jeden Genuss", appellierte er an den Nationalrat. Dieser überwies das Postulat aber mit 82 zu 73 Stimmen.

Mit Blick auf die entsprechenden Bemühungen in der EU hatte sich Bundesrat Pascal Couchepin bereit erklärt, die Prüfungsanträge entgegenzunehmen. Gemäss Schweizerischer Gesundheitsbefragungen hat sich der Anteil an Übergewichtigen innerhalb von zehn Jahren von 30 auf 37 Prozent vergrössert.