Gewalt im Sport

Nationalliga-Präsident Furrer begrüsst «harte Hand»

Fans randalieren nach einem Fussballspiel (Archiv)

Fans randalieren nach einem Fussballspiel (Archiv)

Mit einschneidenden Massnahmen wollen die Justiz- und Polizeidirektoren der Gewalt in den Stadien ein Ende machen. Fans müssen sich auf Alkoholverbote und die Aufhebung der Stehplätze einstellen. Zudem müssen sie sich mit einer Fancard identifizieren.

An ihrer zweitägigen Sitzung in Hergiswil NW hat sich die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) einstimmig auf ein Massnahmenpaket ("Policy gegen Gewalt im Sport") geeinigt. Zwar hat es nur den Charakter eine Empfehlung, doch wird es von den Städten, der Polizei, den Strafverfolgungsbehörden und Bundesrat Ueli Maurer unterstützt.

Rund 900 Polizisten stehen im Schnitt an jedem Wochenende für den Ordnungsdienst bei Spielen im Einsatz. Den Kanton Bern kostet das beispielsweise rund eine Million Franken pro Woche.

Der Eishockeyverband und die Nationalliga begrüssen, dass die Polizei aktiv gegen Gewalt im Sport vorgeht, wie Nationalliga-Präsident Marc Furrer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Eine "harte Hand" sei nötig.

Nicht alle von den Polizei- und Justizdirektoren präsentierten Massnahmen seien jedoch sinnvoll. Beispielsweise das Aufheben der Stehplätze müsse überdacht werden, sagte Furrer. "Das macht die Stimmung kaputt", warnte er.

Auch beim Alkoholverbot äusserte der Nationalliga-Präsident Zweifel: Die Leute betränken sich auch vor dem Spiel. Zudem sei die Sicherheit vor den Stadion das grössere Problem als jene in den Stadien.

Für die Swiss Football League (SFL) gehen die geplanten Massnahmen gegen Gewalt im Sport "in die richtige Richtung". Gewisse Ideen müssten aber überdacht werden, wie SFL-Chefjurist Claudius Schäfer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

"Die Diskussion in den Fankurven ist einmal mehr lanciert", sagte Thomas Gander, Geschäftsführer Fanarbeit Schweiz, zu den Massnahmen der Polizei- und Justizdirektoren gegen Gewalt im Sport. Die Strategie der Nulltoleranz könne nicht der alleinige Weg sein.

Denn diese gehe vor allem mit den Fankurven auf Konfrontation. Deshalb appelliere er an alle Beteiligten, die Diskussion am Runden Tisch weiterzuführen, hielt der Sozialarbeiter auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA fest.

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