Die 50-jährige Thurgauerin, aufgewachsen in Kreuzlingen, ist derzeit Programmdirektorin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) hatte bereits vor einer Woche berichtet, Nathalie Wappler stehe kurz vor einem Wechsel an die Spitze des SRF.

Am Dienstagnachmittag präsentierte sie sich nun vor den Medien.

«Geradeheraus: Ich freue mich riesig auf diese Aufgabe.»

Die Stimmbürger hätten bei der NoBillag-Abstimmung im März 2018 einen klaren Auftrag für den Service Public formuliert. Es werde darum entscheidend sein, wie sich die SRG für die Zukunft aufstelle.

«Wir müssen zeigen, in welchen Bereichen wir einzigartig sind und was Qualitätsjournalismus bedeutet.»

Wappler ist SRF-Direktorin: «Darauf hatte ich Lust und darauf freue ich mich»

Wappler ist SRF-Direktorin: «Darauf hatte ich Lust und darauf freue ich mich»

  

Man könne den Service Public nur nach aussen leben, wenn man ihn auch nach innen lebe. Nathalie Wappler verspricht einen partizipativen Führungsstil. Doch die Herausforderungen seien vielseitig:

«Die sinkenden Werbeeinnahmen zwingen uns, günstiger und effizienter zu werden.»

Wappler war bis 2016 Kulturchefin von SRF. Zuvor arbeitete arbeitete sie kurz bei der «Kulturzeit» (3sat), der ARD-Talkshow «Joachim Gauck», dem ZDF-Magazin «Aspekte» sowie der Talkshow «Maybrit Illner», bevor sie 2005 zur Kulturabteilung von SRF wechselte.

Grosse Herausforderungen

Nathalie Wappler galt bereits zuvor als Kronfavoritin für die Nachfolge von Ruedi Matter, wechselte dann aber überraschend als MDR-Programmdirektorin in die deutsche Provinz.

Auf Nathalie Wappler warten schwierige Aufgaben. Wichtige strategische Schritt wurden von ihrem Vorgänger bereits eingeleitet. Im kommenden Jahr wartet der Bezug des neuen Newsroom am Leutschenbach, auch die Radio-Informationsabteilung aus Bern wird in Zürich integriert. Im Unterhaltungsbereich kämpft man um die jungen Zuschauer, die sich aber immer häufiger nur noch auf digitalen Kanälen bewegen. Und im Sportbereich droht SRF aufgrund der Sparbemühungen Rechte an private Anbieter zu verlieren, so wie in dieser Saison mit der Fussball Champions League geschehen.

Interne Kritik am Wahlverfahren

In den letzten Wochen drang immer wieder Kritik von SRF-Mitarbeitenden nach aussen, wonach das Wahlverfahren intransparent sei und interessierte Kandidaten gar nicht erst angehört würden.Eine Absage bekommen hat unter anderen Bewerbern auch «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer.

Der 57-jährige forderte in einem Interview mit der Medienwoche, dass die möglichen Kandidanten auf den Posten öffentlich hinstehen sollen. «Wir wissen gar nicht, worüber und über wen wir sprechen. Es wäre gut, wenn jene, die sich beworben haben, das auch sagen würden, wie jemand, der in den Bundesrat will.»