Trump am WEF
Nagelteppich und Verschwiegenheit

Wo wird der US-Präsident übernachten? Im goldenen Ei ob Davos wäre man bereit.

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Goldenes Ei

Goldenes Ei

Pascal Ritter

Es ist wieder etwas Ruhe eingekehrt in Davos. Der Stau der Luxuskarossen ist nur noch halb so gross, wie noch am Dienstag. Hin und wieder rauscht ein schwarzer Geländewagen der Marke Chrysler mit einem Nummernschild aus dem US-Bundesstaat Maryland vorbei. Das typische Gefährt des amerikanischen Secret Service.
Auf einem Hügel über Davos thront das Intercontinental-Hotel. Wegen seiner ovalen Form und seiner matt-goldenen Fassade wird es goldenes Ei genannt. Hier könnte der amerikanische Präsident übernachten. Generalmanager Daniel Füglister gibt sich verschwiegen. Der Grund, warum wichtige Delegationen bei ihm übernachten, sei gerade die Diskretion, sagte er und lächelt.

Kameras und sichere Suiten

Es ist nicht nur die Verschwiegenheit. Das Intercontinental ist sicherer als jedes andere Hotel in Davos. Das Areal ist weiträumig eingehaagt. Auf den Gitterzäunen ist alle 50 Meter eine Kamera samt Lautsprecher montiert. Überall Polizisten. Die geschwungene Zufahrtsstrasse zum Hotel hinauf, darf nur passieren, wer sich beim WEF vor seinem Aufenthalt in Davos registriert hat. Auf halben Weg stehen zwei Polizisten mit Maschinenpistolen. Sie stehen bereit, um auf Kommando einen Nagelteppich auf die Strasse zu ziehen. Ein Auto mit Eindringlingen könnte so aufgehalten werden.

Schon beim Baubeginn des Luxushotels 2011 hatte man die WEF-Gäste im Auge. Die Suiten sind, so konzipiert, dass sie von aussen nicht einsehbar sind.

Der Helikopterlandeplatz ist in direkter Nähe. Trump könnte dort vom Helikopter in seinen Auto-Korso umsteigen und das goldene Ei erreichen, ohne Davos durchqueren zu müssen.
Im Hotel selber herrscht gestern Mittag unauffällige Betriebsamkeit. Bullig Sicherheitsleute allenthalben, ein Mann in einer Pilotenunform läuft durch die Lobby. So sieht es aber auch in den anderen WEF-Hotels aus.

Füglister profitiert von den Spekulationen um den Besuch von Trump. Spricht man ihn direkt darauf an, reagiert er ungehalten. Zu viele Journalisten haben ihn schon gelöchert.

Theoretisch wäre es auch möglich, dass der US-Präsident in einem der anderen Luxushotels übernachtet. Als Clinton im Jahr 2000 kam, übernachtete er im Hotel Belvedere mitten in Davos. Das hat den Vorteil, dass die Anreise zum Kongresszentrum kürzer ist. Oder kommt Trump nur für den Auftritt und reist gleich wieder ab?

Wir werden es bald wissen.