In der Sendung «TalkTäglich» duellierten sich Michel Müller, Kirchenratspräsident der reformierten Kirche des Kantons Zürich, und Lärmschutzaktivistin Nancy Holten von der IG Stiller.

Die Kirchgemeinde hat in Wädenswil eine telefonische Umfrage durchgeführt. Mit dem Ergebnis, dass einige Einwohner die nächtlichen Kirchenglockenschläge gar «beruhigend» finden. 

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Auch Michel Müller gerät etwas ins Schwärmen: Kirchenglocken sind für ihn ein «Musikinstrument» – sofern sie einwandfrei klingen – sowie das Ergebnis von Kunsthandwerk.

Beim Wort «Musikinstrument» lächelt Nancy Holten nur müde. Eine «unnötige Lärmqual» nennt sie die kirchlichen Glockenschläge in der Nacht. Diese seien etwa so störend wie die Nachbarn, die nachts eine laute Party schmeissen. «Und dann kommt ja auch die Polizei.» Dass Kirchenglocken nicht als Störung der Nachruhe gelten, kann sie nicht verstehen.

Für den Kirchenratspräsident hinkt dieser Vergleich. «Die Kirche läutet im Auftrag der ganzen Gemeinschaft», widerspricht Michel Müller.

Nancy Holten vermutet, dass diese Gemeinschaft jedoch immer mehr aus Individuen besteht, die ihre Rechte selbstbestimmt einfordern und sich trauen, gegen alte Zöpfe aufzubegehren. 

Glockenläuten vs. Nachtruhe

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Doch kann kommt tatsächlich der Moment, in dem sich Müller und Holten einig sind. Müller sagt: «Man kann das eigene Empfinden nicht zum Gesetz für alle machen.» Und Holten nickt andächtig. (smo)

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