Erdbeben

Nächtliche Erdbeben erschüttern das Wallis

Die beide nächtlichen Erdbeben ereigneten sich unweit des Sanetschpasses nördlich des Walliser Hauptorts Sitten.

Die beide nächtlichen Erdbeben ereigneten sich unweit des Sanetschpasses nördlich des Walliser Hauptorts Sitten.

Zwei leichte Erdbeben haben in der Nacht auf Dienstag das Zentralwallis erschüttert. Die Epizentren lagen jeweils unweit des Sanetschpasses nördlich von Sitten. Mehrere Menschen wurden durch die Erschütterungen aufgeweckt.

Das erste Beben ereignete sich um 1.54 Uhr mit einer Magnitude von etwa 3,4 auf der Richterskala in einer Tiefe von 5,3 Kilometern, wie der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich (SED) mitteilte.

Zweieinhalb Stunden später kam es um 4.36 Uhr zum zweiten Beben. Dieses hatte ebenfalls eine Stärke von 3,3 und lag in einer Tiefe von 4,7 Kilometern.

Dass es gleich zu zwei Beben gekommen sei, sei nicht aussergewöhnlich, sagte SED-Seismologe Philipp Kästli auf Anfrage. Nach dem ersten Beben habe es rund zwanzig kleinere Nachbeben gegeben, davon sei eines erneut spürbar gewesen.

Seismologe: Weitere Beben möglich

Beim Erdbebendienst gingen in der Nacht über hundert Meldungen von Menschen ein, welche die Erdstösse bemerkten, vor allem aus Sion, aber auch aus dem Berner Oberland. Menschen berichteten dem Seismologischen Zentrum Europa-Mittelmeer (EMSC), sie seien von der Erschütterung aufgewacht. Die Walliser Kantonspolizei hatte zunächst keine Hinweise auf Schäden, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte.

Seismologe Kästli schloss am Dienstag weitere spürbare Beben nicht aus. Es gebe laufend weitere kleine Erdstösse. Dabei sei nicht auszuschliessen, dass es auch zu einer grösseren Erschütterung kommen könne.

Bereits in der Nacht auf Montag war in Teilen der Schweiz ein Erdbeben spürbar. Dieses ereignete sich im deutschen Albstadt gut 50 Kilometer nordöstlich von Schaffhausen und hatte eine Stärke von 3,9.

Region mit höchster Gefährdung

In der Schweiz kommt es immer wieder zu meist kleineren Erdbeben. Für das laufende Jahr zählte der SED bislang gut 1200 Erdstösse. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden pro Jahr etwa 10 bis 20 Beben mit Magnituden ab etwa 2,5.

Insgesamt liegt die Erdbebengefährdung der Schweiz im europäischen Vergleich auf mittlerem Niveau. Starke Erdbeben bis zu einer Magnitude 7 sind möglich, aber deutlich seltener als in hoch gefährdeten Gebieten wie Italien oder der Türkei.

Das Wallis ist die Region mit der höchsten Gefährdung, gefolgt von Basel, Graubünden, dem St. Galler Rheintal, der Zentralschweiz und der übrigen Schweiz.

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