Nachwuchsforscherinnen an der Zwiebel

Die WSL in Birmensdorf organisierte zum Tochtertag einen Erlebnistag für Kinder. Es wurde fleissig ausprobiert, dokumentiert und präsentiert.

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Philippe Wenger

Eine einzige Zellschicht sollte mit der Pinzette aus einer Zwiebel gelöst werden. Der Schülerin Vanessa Frei gelingt dies in einem Labor der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in Birmensdorf bestens. Stolz präsentiert sie ihren «Fang» und anschliessend zerlegt ihre Partnerin Emily Hermann den Streifen mit einer Rasierklinge und gibt einen Tropfen Wasser darauf. Das Zwiebelstück ist bereit, um unter dem Mikroskop «Stress ausgesetzt zu werden», wie der WSL-Wissenschafter Pierre Vollenweider eine Salzkur für die Pflanze nennt.

Gestern war Tochtertag an der WSL, auch für Mädchen und Jungen ohne im Institut beschäftigte Eltern. Im Unterschied zu den meisten Betrieben, in welchen die Kinder individuell ihre Eltern bei der Arbeit begleiten, fand gestern zum zweiten Mal ein Erlebnistag für Kinder an der WSL statt. «Wir wollen den Mädchen die Forschung näher bringen, die noch immer eine Männerdomäne ist», begründet die Lehrerin Ruth Joechel Eck das Interesse ihrer Schule an der Veranstaltung. Sie war mit den Mädchen aus den 4. Primarklassen aus Horgen zu Besuch.

Die Kinder führten Experimente durch, durften Demonstrationen bestaunen und notierten sich Informationen. In die Felder «Boden», «Murgang», «Baum» und «Mikroskopie» wurden sie von Mitarbeitern des WSL eingeführt. Wobei es nicht jedem Wissenschafter gleich gut gelang, einen Draht zu den Lernwilligen zu finden. «Es macht einen Unterschied, ob man selber Kinder hat oder nicht», meint Marco Walser, der das Team «Boden» betreute, und fügt an: «Es ist nicht leicht von der Fachsprache auf eine für Kinder verständliche Sprache umzuschalten.»

Zu dreckig

Am Nachmittag trugen die Kinder ihre Erkenntnisse in Powerpoint-Präsentationen zusammen, die im Plenum vorgeführt wurden. Ein insgesamt gelungener Tag wurde von den Kindern mehrheitlich positiv bewertet und diese waren auch bis zur letzten Minute interessiert. Gelungen, obwohl nur wenige sich vorstellen konnten später als Forscherin tätig zu werden. Die Einschätzungen der Mädchen zur Forscherarbeit reichte von «nichts für mich» bis «zu dreckig». Immerhin eine Hand voll der rund 40 Kinder liess die Entscheidung offen.

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