Nachfolge Leuenberger: SP Aargau fällt im August Vorentscheid
Nachfolge Leuenberger: SP Aargau fällt im August Vorentscheid

Bundesrat Moritz Leuenberger ist noch fast ein halbes Jahr im Amt, und in der Sommerhitze dreht sich das Kandidatenkarussell um seine Nachfolge nur träge. Die SP Aargau will im August entscheiden, ob sie jemanden ins Rennen schickt.

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Leuenberger 2006 an einem Luftfahrtkongress (Archiv)

Leuenberger 2006 an einem Luftfahrtkongress (Archiv)

Keystone

Mit Regierungsrat Urs Hofmann und Nationalrat-Präsidentin Pascale Bruderer stehen im Aargau zwei valable Kandidaten zu Verfügung. Ob die beiden auch wollen, haben sie noch nicht bekanntgegeben. Ob sie auch dürfen, kommt Mitte August aus. Dann nämlich soll die Parteibasis einen Grundsatzentscheid fällen.

Die Kantonalsektion müsse sich fragen, ob neben Bundespräsidentin Doris Leuthard eine zweite Vertretung in der Landesregierung überhaupt opportun wäre, sagt Präsident Marco Hardmeier.
Sagt die Partei ja zu einer Kandidatur, dann würde würde die Geschäftsleitung darüber dann aber «relativ spät» entscheiden, so Hardmeier.

In Zürich laufen die Drähte heiss

Mehrere SP- Kantonalparteien haben bereits ihren Anspruch angemeldet. In Bern, Zürich und Basel werden bald die ersten Weichen gestellt.

In Zürich laufen die Drähte zwar heiss. Derzeit fänden Gespräche statt zwischen der Parteileitung und möglichen Kandidatinnen und Kandidaten, sagte SP-Präsident Stefan Feldmann auf Anfrage. Über eine Kandidatur entscheiden würden die Delegierten voraussichtlich aber nicht vor Oktober.

Schon am 1. September will dagegen die SP des Kantons Bern eine Kandidatin oder einen Kandidaten küren. Favoritin ist Konsumentenschützerin Sommaruga. Will sie ins Rennen steigen, muss sie ihr Interesse bis am 10. August bei der Kantonalpartei anmelden.

Fetz und Herzog müssen sich bis Ende Juli entscheiden

In Basel-Stadt müssen sich Fetz und Herzog bis Ende Juli entscheiden. Laut Parteipräsident Martin Lüchinger wird dann das Vorgehen mit der Geschäftsleitung abgesprochen. Die nächsten Delegiertenversammlungen sind auf 31. August und 23. September angesetzt. Im Kanton Basel-Landschaft ist noch alles offen.

St. Gallen hat nach Auskunft von SP-Präsidentin Claudia Friedl mehrere «bundesratsfähige» Persönlichkeiten, so etwa Nationalrätin Hildegard Fässler oder die Regierungsrätinnen Kathrin Hilber und Heidi Hanselmann. Kandidaturen gebe es bisher aber nicht. Die Geschäftsleitung werde sich erst nach den Sommerferien mit dem Thema befassen.

Funkstille in der Innerschweiz

Auf Eis liegt das Thema Leuenberger-Nachfolge auch in Schwyz, Uri, Obwalden, Nidwalden, Zug, Schaffhausen, Solothurn und Graubünden, wie die SDA-Umfrage ergab. Keine Kandidaturen zu erwarten sind aus Glarus, Luzern, Thurgau und beiden Appenzell.

Auch eine Kandidatur aus der lateinischen Schweiz steht nicht im Vordergrund: Die SP-Parteileitung hat bereits klar gemacht, dass der Leuenberger-Ersatz aus der Deutschschweiz kommen sollte.

Mögliche Kandidatinnen geben sich wortkarg

Die Papabili sind jedoch zur Zeit auf Tauchstation. «Ich melde mich in der zweiten Hälfte August wieder!», schreibt die als Kandidatin heiss gehandelte Zürcher Nationalrätin Jacqueline Fehr auf ihrer Homepage. Auch die Berner Favoritin Simonetta Sommaruga hat sich die Sommerpause als Bedenkzeit ausbedungen.

Ihre Ständeratskollegin Anita Fetz, Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer und die Basler Finanzdirektorin Eva Herzog halten sich ebenso bedeckt wie die anderen möglichen Leuenberger- Nachfolger. Sie alle wissen, dass sie mit einer allzu früh angemeldeten Kandidatur ihre Wahlchancen aufs Spiel setzen. (rsn/SDA)

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