In Vals geht die Angst um – die Angst vor der Allmacht Remo Stoffels, der seit der Übernahme von Peter Zumthors Therme seinen Einfluss im Bündner Bergdorf sukzessive ausdehnt.

Blick auf die Therme Vals.

Blick auf die Therme Vals.

Im August 2014, nach dem Umbau der Therme von Peter Zumthor, die Stoffel übernommen hatte, hatten sich die Eintrittspreise verdoppelt. Verlierer sind die ohnehin schon gebeutelten kleinen Hoteliers: Einer davon, Koni Schnider, befürchtete, er würde das über längere Sicht nicht überleben, und verkaufte Stoffel sein Garni, wie der «Tages-Anzeiger» am Dienstag schreibt. Es ist bereits das zweite Hotel, das an den Investor übergeht.

Stoffel verschaffte sich durch die Erhöhung der Preise einen massiven Vorteil: Während die Gäste seines Thermehotels das Bad gratis nutzen können, zahlen jene der anderen Hotels mehr. Wer die Rechnung macht, übernachtet nicht mehr in Unterkünften im Dorf, sondern gleich in der Therme. Jetzt will Stoffel gemäss «Tages-Anzeiger» die Preise für Hotelgäste in einem zweiten Schritt von 45 auf 60 Franken erhöhen.

Änderung des Thermen-Kaufvertrags

Dabei hätte die Therme einst der ganzen Bevölkerung dienen sollen. Als Stoffel 2011 der Gemeinde ein Investitionsangebot unterbreitete, hiess es: «Der Investor garantiert der Gemeinde, dass die Zugangsmöglichkeiten der Bevölkerung und der Gäste von Vals zur Therme im heutigen Rahmen aufrechterhalten werden.» 

Im späteren Kaufvertrag, den der neue Gemeinderat mit Stoffel abschloss, musste sich dieser nur noch dazu verpflichten, der Öffentlichkeit «unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Hotel­betriebs» Zutritt zu gewähren. Von dieser Änderung wusste die Bevölkerung allerdings lang gar nichts; der Vertrag wurde unter Verschluss gehalten.

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