Sturm
Nach zweitem Horror-Sturm: Eidgenössisches Turnfest in Biel soll weiter gehen

Erneut wüten Hagel, Wind und Zerstörung am ETF in Biel: Plötzlich begann es am Donnerstag am Eidgenössischen Turnfest erneut zu stürmen. 39 Personen verletzten sich teilweise schwer. Trotzdem soll das Fest weitergehen.

Michael Schenk
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Diese Frau schützt sich gegen Regen und Staub.
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Grosse Zerstörung nach dem kurzen aber heftigen Sturm auf dem Turnfest-Gelände in Biel.
Grosse Zerstörung auf dem Turnfest-Gelände nach dem kurzen aber heftigen Sturm.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Zweiter Horror-Sturm wütet am Eidgenössischen Turnfest in Biel.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Die Besucher flüchten vor dem Sturm.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Stühle stecken im Schlamm fest.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.
Schon wieder verstürmt es das Eidgenössische Turnfest in Biel.

Diese Frau schützt sich gegen Regen und Staub.

Hr. Aeschbacher

Die Polizei, das Militär, der Zivilschutz, das Care Team des Kantons Bern sowie mehrere Feuerwehren und Ambulanzen standen am Donnerstagabend am Eidgenössischen Turnfest in Biel im Grosseinsatz. Dies nach einem kurzen aber extrem heftigen Unwetter.

Kamen beim ersten Sturm vor einer Woche keine Menschen zu Schaden sieht es diesmal ganz anders aus. In einer ersten Bilanz bestätigte der Bieler Polizeichef Fabian Sauvin, dass „es 39 Verletzte gegeben hat". Karin Vifian, die Einsatzleiterin der Rettungskräfte, hat um 18.40 Uhr Katastrophenalarm ausgelöst und nennt Details.

Leicht- bis Schwerverletzte

„Wir haben sechs schwer-, neun mitteschwer- und 24 Leichtverletzte ins Spital eingeliefert." Schwer heisst in dem Fall Kopf- oder Rückenverletzung, mittel bedeutet Bein- oder Armfraktur respektive Rissquetschwunden.

Alle Geschädigten, darunter ein leichtverletztes Kind, wurden von diversen Sanitätseinheiten aus der Region und der Rega ins Berner Insel- und Tiefenauspital, das Bürgerspital Solothurn und die Krankenhäuser in Neuenburg, Grenchen und Biel gebracht.

Fast pünktlich auf die Minute begann es am Donnerstag am Eidgenössischen Turnfest gegen 18.00 Uhr erneut kurz aber heftig zu wüten. Die angekündigten Sturmböen der Stufe 3, Hagel und starker Regen brachen über das Festgelände herein und richteten erneut erhebliche Verwüstungen an.

Ähnlich wie eine Woche zuvor wirbelten Zeltplachen und Kleinmaterial durch die Luft, wurden Infotafeln und Bäume geknickt sowie Verpflegungsstände flachgelegt.

Viele Krankenwagen vor Ort

Im Gegensatz zum vergangenen Donnerstag, als keine Menschen zu gravierenden Schäden kamen, dürfte die Zahl der Verletzten diesmal deutlich höher sein.
Augenzeugen sprachen von „vielen Kranken- und Feuerwehrwagen, die Ihnen sie etwa auf dem Wettkampfgelände in Ipsach gesehen haben.

„Der Hot-Dog-Stand, sagt einer, „an dem ich 5 Minuten zuvor noch eingekauft habe, war nach dem Sturm nicht mehr wieder zu erkennen." Nur noch ein Haufen Blech und Schrott. Weiter, so berichten Besucher vor Ort, hätten sie Menschen hysterisch und hyperventilierend durch die Gegend wanken sehen.

Einige hätten völlig aufgelöst ihre Vereinskolleginnen und -kollegen gesucht. „Einer Frau ist vor meinen Augen ein Garagentor auf den Kopf gefallen", erzählt ein 57-jähriger Turner vom TV Lenzburg.

Wettkämpfe sofort abgebrochen

Die Wettkämpfe wurden sofort abgebrochen und die Leute via Lautsprecher, Twitter, Internet und Facebook aufgefordert, das Festgelände umgehend zu verlassen und sich in sichere Gebäude zu begeben. Auf dem Campingplatz Sutz etwa in die grossen Militär-Zelte.

Ruhe nach dem Sturm

Kaum eine halbe Stunde, nach dem es begonnen hatte zu wüten, hatte sich der Sturm praktisch gelegt. Nichts mehr von Zerstörung - friedlich, als ob nichts gewesen wäre. Dennoch wurden die Festbesucher weiterhin aufgefordert, das Gelände zu verlassen und nach Hause zu gehen. Zudem baten die Verantwortlichen die Turnerinnen und Turner, keine sms zu verschicken und auch nicht zu telefonieren, um die Leitungen für Notfälle frei zu halten.

Nach dem fatalen Sturm soll das ETF in Biel am Freitag weitergehen

Nachdem man bereits am Mittwoch Warnungen erhalten hatten, „haben wir die entsprechenden Vorkehrungen minutiös getroffen", hielt ETF-Direktor Fränk Hofer fest. Man habe alle, irgendwie mit dem Fest in Verbindung stehenden Leute über das mögliche Unwetter informiert.

„Die Speaker auf den Wettkampfplätzen haben wir mit Funk ausgestattet und ihnen genau Vorlagen gegeben, wie sich zu verhalten sei, sollte sich tatsächlich eine Notsituation ergeben." Trotzdem konnte das Unheil nicht abgewendet werden.

Ein grosses Zelt, das auf dem Wettkampfplatz in Ipsach, wo die sehr beliebte Pendelstaffeten ausgetragen werden, ist zerstört. Ipsach war den auch der die am heftigsten betroffene Wettkampfstätte. „Wir werden versuchen eine Lösung zu finden", sagt Hofer. Denn: Das Eidgenössisch soll heute schon weitergehen.

500 Helfer im Einsatz

500 Einsatzkräfte haben die letzte Nacht durchgearbeitet, damit die Turnerschar heute wieder ein wettkampftaugliches Gelände vorfindet. „Wir unternehmen alles, um weiterzumachen. Natürlich in der Hoffnung, dass wir moralisch nicht anders hätten entscheiden müssen", sagt Fränk Hofer.

Der Hoffnung, dass sich die Lage eines oder mehrerer schwerverletzten in den nächsten Stunden nicht dramatisch ändert. Die Nacht von gestern auf heute konnten vorerst alle da verbringen, wo sie gebucht haben. Armeezelte, die eigentlich noch nicht zum Einsatz hätten kommen sollen, dienen jetzt in diesem Moment als Pufferzone.