Zug-Sicherheit

Nach Zug-Crash: SBB sehen kein Sicherheitsproblem und keine Unfallserie

Beim Zugunglück in Granges-près-Marnand wurden 26 Personen verletzt. Ein Lokführer starb.

Beim Zugunglück in Granges-près-Marnand wurden 26 Personen verletzt. Ein Lokführer starb.

Die Zwischenfälle im Zugverkehr der SBB häufen sich weiter. Jüngstes Beispiel ist der tragische Unfall vom Montag bei Granges-près-Marnand im Waadtland. SBB-Chef Andreas Meyer ist dennoch überzeugt: Die SBB hat kein Sicherheitsproblem.

An einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Dienstagmittag betont SBB-Chef Andreas Meyer: «Wir haben kein grosses Sicherheitsproblem. Die Sicherheit steht im Mittelpunkt unserer neuen Konzernziele.»

Dies nachdem es seit mehreren Monaten immer wieder zu Unfällen bei den SBB gekommen ist. Der jüngste und einer der tragischsten Zugunfälle der letzten Jahre ereignete sich am Montagabend bei Granges-près-Marnand im Waadtland.

SBB-Chef Andreas Meyer verteidigt Sicherheitssystem der SBB.

SBB-Chef Andreas Meyer verteidigt Sicherheitssystem der SBB.

Beim Crash zweier Regionalzüge ist ein 24-jähriger Lokführer gestorben (wir berichteten). Sein Arbeitskollege im anderen Zug konnte gerade noch die Notbremse ziehen und sich in Sicherheit bringen. Insgesamt forderte das Zugunglück 26 Verletzte.

Dieser jüngste Unfall stehe nicht im Zusammenhang mit der Netzauslastung. Hier werde nur zwei Mal täglich gekreuzt. Meyer vergleicht den Unfall mit jenem von Januar in Neuhausen am Rheinfall. Auch bei diesem Unfall ging es um die Zugsicherung.

Zugunfall bei Grange-près-Marnand VD, das Zugsunglück bei Neuhausen SH, der Mehrfachkollaps des S-Bahnnetzes in Zürich. Arbeitet die SBB am Limit oder schon darüber?

Zugunfall bei Grange-près-Marnand VD, das Zugsunglück bei Neuhausen SH, der Mehrfachkollaps des S-Bahnnetzes in Zürich. Arbeitet die SBB am Limit oder schon darüber?

Bereits nach dem Unfall in Neuhausen am Rheinfall hätten die SBB ihre Sicherheitsstrategie und ihre Ausrüstung zur Zugsicherung zu einer externen Überprüfung übergeben, sagt Meyer. «Wir erwarten die Ergebnisse in den kommenden Monaten».

Belastung der Lokführer wird geprüft

Auch ob die Lokführer überbelastet sind, ist eine Frage, die in den aktuellen Diskussionen immer wieder auftaucht. Doch auch dies wird mit einer laufenden Studie zurzeit überprüft.

«Wir gehen heute davon aus, dass wir alles unternommen haben, um das historisch gewachsene Sicherheitssystem schrittweise den Anforderungen der Technik, die in den kommenden Jahren möglich werden wird, anzupassen», so Meyer. (gal)

Erst muss der Unfall abgeklärt werden, dann werden die notwendigen Konsequenzen gezogen. Um die Sicherheit auf ein ganz hohes Niveau zu bringen, braucht es gemäss SBB-CEO ein neues System.

Erst muss der Unfall abgeklärt werden, dann werden die notwendigen Konsequenzen gezogen. Um die Sicherheit auf ein ganz hohes Niveau zu bringen, braucht es gemäss SBB-CEO ein neues System.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1