Abzocker-Intiative

Nach Zürcher SVP-Ja: Christoph Mörgeli schiesst gegen Thomas Minder

Christoph Mörgeli vermutet, dass Thomas Minder die Direktkonfrontation mit Christoph Blocher meidet

Christoph Mörgeli vermutet, dass Thomas Minder die Direktkonfrontation mit Christoph Blocher meidet

Nach dem Ja der SVP Zürich zur Abzocker-Initiative unterstellt Nationalrat Mörgeli dem Urheber des Volksbegehrens, die Konfrontation mit Christoph Blocher zu meiden - dabei glänzte der SVP-Übervater gestern selber durch Abwesenheit.

Das Resultat ist eine kleine Sensation: Mit 119 zu 106 Stimmen empfahlen die Delegierten der SVP Zürich gestern Abend in Gossau die Abzockerinitiative des parteilosen Schaffhauser Ständerats Thomas Minder zur Annahme. Für SVP-Vordenker und Initiativgegner Christoph Blocher ist die Schlappe im eigenen Kanton besonders bitter.

Am Tag nach der DV spielt Blocher-Freund und Nationalrat Christoph Mörgeli die Bedeutung des Resultats herunter. «Wäre Christoph Blocher da gewesen, hätten drei Viertel der Delegierten gegen die Initiative und für den Gegenvorschlag gestimmt», sagt er auf Anfrage. Initiant Thomas Minder wisse das und gehe darum der öffentlichen Konfrontation mit Blocher schon seit längerem aus dem Weg. Pikant: Blocher selber fehlte gestern an der Delegiertenversammlung, gemäss Mörgeli «wegen eines wichtigen Termins».

Noch drei Begegnungen

Auf den Vorwurf des Zürcher Nationalrats angesprochen, wehrt sich Ständerat Minder: «Ich weiss zwar nicht warum, aber Christoph Blocher würde am liebsten jeden Tag gegen mich antreten. Mörgeli sollte das wissen», sagt er der «Nordwestschweiz». Bis zur Abstimmung am 3. März werde er mindestens drei Mal gegen Blocher antreten: Zum einen an den kantonalen Delegiertenversammlungen im Aargau und in Schwyz, zum anderen an der nationalen DV vom 26. Januar in Solothurn.

Der umtriebige Initiant hofft, dass die Delegierten der SVP Schweiz dem Vorbild der Zürcher, Unterwalliser und Glarner Sektionen folgen werden und sein Volksbegehren annehmen. «Wer behauptet, die Abzockerinitiative sei nur auf linker Seite populär, irrt sich. Die Basis der SVP will eine ehrliche und harte Politik - und nicht den Gegenvorschlag.» (LHN)

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