Strafverfahren

Nach zahlreichen Todesfällen in Tessiner Altersheim: Ermittlungen gegen Mitarbeiter

In einem Tessiner Altersheim sind im Frühling viele Bewohner am Coronavirus gestorben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. (Symbolbild)

In einem Tessiner Altersheim sind im Frühling viele Bewohner am Coronavirus gestorben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. (Symbolbild)

Nach zahlreichen Todesfällen in einem Altersheim in Sementina hat die Tessiner Staatsanwaltschaft gegen drei Mitarbeitende Strafverfahren eröffnet.

(sat) Den Personen – darunter der Generaldirektor und die ärztliche Direktorin des Altersheims – werden fahrlässige Tötung im Umgang mit Coronainfizierten sowie Verstösse gegen das Epidemiengesetz vorgeworfen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Das Verfahren hatte sie bereits im Frühjahr eröffnet. Dies nachdem es im Altersheim Circolo del Ticino im Bellinzoneser Ortsteil Sementina zwischen März und Mai zu zahlreichen Coronatoten gekommen war.

Es folgten Kontrollen und Abklärungen der Behörden und es wurden Unterlagen beschlagnahmt. Laut Mitteilung vom Dienstag sind die Beschuldigten bereits befragt worden. Es gelte die Unschuldsvermutung, betont die Staatsanwaltschaft. Das Verfahren führen laut Mitteilung der Generalstaatsanwalt Andrea Pagani und Staatsanwältin Pamela Pedretti.

Mindestens 21 von 80 Heimbewohner starben

Laut dem Radio und Fernsehen der Italienischen Schweiz (RSI) war das Altersheim in Sementina im Frühling eine der am stärksten von der Pandemie betroffenen Einrichtungen in der Südschweiz. Laut RSI starben damals mindestens 21 von 80 Gästen. Einige Angehörige der Opfer hatte sich darauf laut RSI an die Staatsanwaltschaft gewandt, um eine mögliche Verantwortung der Altersheimleitung im Zusammenhang mit dem Tod ihrer Angehörigen abzuklären.

Am Dienstag ist im Tessin der 351. Todesfall im Zusammenhang mit einer Coronaerkrankung registriert worden. Zuletzt war eine Person im Tessin Mitte Juli im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

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