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Nach Tunnelunfall im Grauholz: SBB beseitigten die Spuren

Ein Elektroschrank hat offenbar am vergangenen Sonntag den Zugunfall im Grauholztunnel ausgelöst. Doch den Fall zu klären wird schwierig, denn die SBB räumte das "Corpus delicti" noch vor einer genauen Untersuchung weg.

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SBB-Zug im Tunnel.(Symbolbild)

SBB-Zug im Tunnel.(Symbolbild)

Keystone

Bei der SBB spricht man von einem Fehler. "Die Mitarbeiter vor Ort wollten sicher im guten Glauben die Strecke schnell wieder befahrbar machen, ohne sich den Konsequenzen zur Unfalluntersuchung bewusst zu sein", sagt SBB-Sprecher Christian Ginsig in einem Interview mit der "Berner Zeitung" vom Donnerstag.

Doch das ist offenbar nicht die einzige Panne bei dem für die Passagiere letztlich glimpflich verlaufenen Unfall. Eigentlich hätte die SBB nach dem Vorfall im Tunnel unverzüglich die Unfalluntersuchungsstelle SUST kontaktieren sollen, tat dies aber nicht sofort.

Ginsig spricht auch hier von einem Fehler. "Wir klären ab, weshalb die Alarmierung der SUST nicht sofort erfolgte".

Andere Ursache vermutet

Der SBB-Sprecher betont im Interview, dass man offenbar zunächst von einer ganz anderen Ursache ausgegangen sei. "Wir glaubten, dass die Fenster an den vier Waggons beim Kreuzen mit einem Extrazug mit Fussballfans zerbrachen." Deshalb habe man zuerst die Polizei alarmiert, die den Zug kontrollieren sollte, so Ginsig.

Der Öffentlichkeit gegenüber mochte das Bahnunternehmen am Sonntag keine Details nennen. Ein "unbekanntes Hindernis" sei für den Vorfall verantwortlich, hiess es in einer Mitteilung lediglich. Und: die Unfalluntersuchungsstelle sei informiert, der Fall werde abgeklärt.

Schrank in Tunnelnische

Der Zugunfall im Grauholztunnel kurz vor Bern ereignete sich am vergangenen Sonntag gegen 17.30 Uhr. An vier Wagen eines Schnellzugs von Zürich nach Bern zerbrachen mehrere Scheiben. Verletzt wurde niemand.

Der unbefestigte Metallschrank befand sich nach Angaben des SBB-Sprechers seit dem 20. Februar in einer Tunnelnische. Im Tunnel werden elektrische Anlagen ausgetauscht.

Der Elektroschrank ist 120 Kilo schwer und 1,8 Meter hoch. Weshalb er kippen konnte und mit einer Ecke in in die Fahrspur des Zugs ragte, sei Gegenstand von Abklärungen, führte der SBB-Sprecher weiter aus.

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