Asyl
Nach Treffen mit Sommaruga: Jetzt schweigt die Eritrea-Reisegruppe

Mehrere Politiker forderten nach einer Ostafrika-Reise ein Treffen mit Justizministerin Sommaruga. Dieses hat stattgefunden. Die Beteiligten wollen aber nicht darüber sprechen.

Lorenz Honegger
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«Der Dialog mit Eritrea muss anders geführt werden», fordert Susanne Hochuli nach ihrem Besuch im ostafrikanischen Land.

«Der Dialog mit Eritrea muss anders geführt werden», fordert Susanne Hochuli nach ihrem Besuch im ostafrikanischen Land.

Key/zvg

Ein offener Brief, eine Pressekonferenz, zahllose Interviews in Zeitungen und Fernsehen: Die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) sowie die Nationalräte Christian Wasserfallen (FDP), Claude Béglé (CVP) und Thomas Aeschi (SVP) liessen diesen Februar nichts unversucht, um ihre Reise nach Eritrea medial zu inszenieren.

Ihr Tenor war stets derselbe: Die Situation in der ostafrikanischen Diktatur sei viel besser, als sie vom Departement von Asylministerin Simonetta Sommaruga dargestellt werde.

Eine brisante Feststellung, wenn sie den Tatsachen entspräche: Aus keinem anderen Land verzeichnet die Schweiz mehr Asylgesuche als aus Eritrea.

Impressionen von der Eritrea-Reise von Schweizer Politikern (2016) Dabei waren Susanne Hochuli, Yvonne Feri, Thomas Aeschi und Claude Béglé.
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Impressionen von der Eritrea-Reise
Impressionen von der Eritrea-Reise
Impressionen von der Eritrea-Reise
Foto aus Eritrea: Hier war die Reisegruppe unterwegs. Yvonne Feri/ZVG

Impressionen von der Eritrea-Reise von Schweizer Politikern (2016) Dabei waren Susanne Hochuli, Yvonne Feri, Thomas Aeschi und Claude Béglé.

Zur Verfügung gestellt

In einem Schreiben verlangte die Reisegruppe ein Treffen mit Sommaruga, um der Bundesrätin ihre Forderungen vorzutragen: die Entsendung einer Faktenfindungs-Delegation nach Eritrea, eine «ständige Vertretung» in der Hauptstadt Asmara, die Lancierung eines Entwicklungshilfe-Programms und eine Migrationspartnerschaft.

Am Dienstagabend hat das Treffen mit Sommaruga stattgefunden, wie Nationalrat Aeschi bestätigt. Doch darüber sprechen wollen die Beteiligten nicht: «Wir haben Stillschweigen vereinbart.»

Über die Gründe der plötzlichen Verschwiegenheit lässt sich nur spekulieren. Fakt ist: In den Augen Sommarugas und ihrer Experten ist die Reisegruppe mit allzu idyllischen Vorstellungen nach Hause gekehrt. Eritrea mag auf Touristen ein ordentliches Bild abgeben. Die Menschenrechtslage in der Diktatur gilt bis heute als prekär.

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