Ein offener Brief, eine Pressekonferenz, zahllose Interviews in Zeitungen und Fernsehen: Die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) sowie die Nationalräte Christian Wasserfallen (FDP), Claude Béglé (CVP) und Thomas Aeschi (SVP) liessen diesen Februar nichts unversucht, um ihre Reise nach Eritrea medial zu inszenieren.

Hochuli erzählt von ihrer Eritrea-Reise

Hochuli erzählt von ihrer Eritrea-Reise

Diese Reise sorgte für Schlagzeilen. Susanne Hochuli reiste mit anderen Politikern nach Eritrea. Heute kehrt die Regierungsrätin zurück und erzählt von ihren Eindrücken.

Ihr Tenor war stets derselbe: Die Situation in der ostafrikanischen Diktatur sei viel besser, als sie vom Departement von Asylministerin Simonetta Sommaruga dargestellt werde.

Eine brisante Feststellung, wenn sie den Tatsachen entspräche: Aus keinem anderen Land verzeichnet die Schweiz mehr Asylgesuche als aus Eritrea.

In einem Schreiben verlangte die Reisegruppe ein Treffen mit Sommaruga, um der Bundesrätin ihre Forderungen vorzutragen: die Entsendung einer Faktenfindungs-Delegation nach Eritrea, eine «ständige Vertretung» in der Hauptstadt Asmara, die Lancierung eines Entwicklungshilfe-Programms und eine Migrationspartnerschaft.

Am Dienstagabend hat das Treffen mit Sommaruga stattgefunden, wie Nationalrat Aeschi bestätigt. Doch darüber sprechen wollen die Beteiligten nicht: «Wir haben Stillschweigen vereinbart.»

Thomas Aeschi: Eindrücke und Bilder seiner Eritrea-Reise

Thomas Aeschi: Eindrücke und Bilder seiner Eritrea-Reise

SVP-Nationalrat Thomas Aeschi wollte mit eigenen Augen sehen, wie die Leute in Eritrea leben und wieso allein im letzten Jahr 10 000 Menschen in der Schweiz Asyl beantragten. Nach seiner Reise zeigt er sein Fotoalbum und zieht Bilanz. Für ihn ist klar: Die Mehrheit sind Wirtschaftsflüchtlinge und es braucht eine Neubeurteilung der Situation

Über die Gründe der plötzlichen Verschwiegenheit lässt sich nur spekulieren. Fakt ist: In den Augen Sommarugas und ihrer Experten ist die Reisegruppe mit allzu idyllischen Vorstellungen nach Hause gekehrt. Eritrea mag auf Touristen ein ordentliches Bild abgeben. Die Menschenrechtslage in der Diktatur gilt bis heute als prekär.