Sicherheit
Nach Super-Puma-Absturz: Stromleitungen sollen unter den Boden

Stromleitungen, die über dem Boden gespannt werden, sind für Piloten eine grosse Gefahr. Einem Super Puma wurde vor einigen Tagen eine solche zum Verhängnis. Jetzt gibt es eine Trendwende hin zu Kabeln im Boden.

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Überreste des Super Puma und Löschschaum auf den Teilen des Helikopters. Der Absturz hat zwei Piloten das Leben gekostet

Überreste des Super Puma und Löschschaum auf den Teilen des Helikopters. Der Absturz hat zwei Piloten das Leben gekostet

KEYSTONE

Ein Super-Puma der Armee stürzte diese Woche ab, nachdem er eine Hochspannungsleitung touchiert hatte. Stromleitungen führten auch im privaten Helikopter-Verkehr öfter zu Zwischenfällen. Die Schweizer Unfalluntersuchungsstelle (Sust) registrierte dieses Jahr bereits zehn Unfälle und schwere Vorfälle mit Helikoptern, wie die Zeitung „Schweiz am Sonntag“ berichtet.

In keinem der vergangenen zehn Jahre haben sich bis September so viele Fälle ereignet. Der Jahresdurchschnitt lag bei weniger als acht Unfällen und schweren Vorfällen. Eine häufige Unfallursache sind Kabel und Leitungen. Helikopterspezialisten bezeichnen die Schweiz als «kabelverseucht».

«Super Puma» der Schweizer Luftwaffe am Gotthard abgestürzt
33 Bilder
Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind im Gang.
Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind im Gang.
Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind im Gang.
Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind im Gang.
Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind im Gang.
Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind im Gang.
Die Bergungs- und Aufräumarbeiten sind im Gang.
Das abgetürzte Helikopter-Wrack stand in Flammen.
Das abgetürzte Helikopter-Wrack stand in Flammen.
Das abgetürzte Helikopter-Wrack stand in Flammen.
Die Unglücksstelle
Armeechef Andé Blattmann macht sich auf dem Gotthard ein Bild vom Unglücksort.
Einer der verstorbenen Piloten war André Bättig, FDP-Stadtrat von Illnau-Effretikon
Der französische Militär-Attaché Jean-Michel Meyer spricht mit Journalisten
Militär-Oberst Reto Senn (links) und Jean-Michel Meyer
Lukas Rechsteiner anlässlich der Medienkonferenz vom Donnerstag.
Pierre de Goumoens anlässlich der Medienkonferenz vom Donnerstag.
Dr. Robert Diethelm - zuständig beim VBS für internationale Beziehungen anlässlich der Medienkonferenz vom Donnerstag.
VBS-Chef Guy Parmelin am Unglücksort.
Armeechef Andé Blattmann macht sich auf dem Gotthard ein Bild vom Unglücksort.
Unglücksstelle
Armeechef Andé Blattmann macht sich auf dem Gotthard ein Bild vom Unglücksort.
André Blattmann vor Ort.
Das Heck des Helikopters.
Das Wrack...
Erneut muss LuftwaffenchefAldo C. Schellenberg sich erklären: "Schon wieder!"
Schellenberg ist an der Medienkonferenz mehrfach den Tränen nahe.
Gemäss einer Mitteilung des VBS ist am Mittwoch ein Helikopter der Schweizer Armee am Gotthard abgestürzt. (Symbolbild)
Der Absturz ereignete sich unmittelbar beim Gotthard-Hospiz.
Unglücksstelle
Die Unglücksstelle

«Super Puma» der Schweizer Luftwaffe am Gotthard abgestürzt

Keystone

Freileitungen sind nicht nur bei Piloten unbeliebt. Heute werden Leitungen zunehmend in der Erde verkabelt. Stromleitungen und Strommasten verschwinden nach und nach aus dem Schweizer Landschaftsbild. Noch 35'000 Kilometer Freileitungen sind es, welche die Schweiz heute durchziehen. Fast dreimal mehr, nämlich 112'000 Kilometer Kabel, befindet sich in unterirdischen Netzsystemen. Wie die „Schweiz am Sonntag“ berichtet, sind das rund sechs Prozent mehr als noch vor vier Jahren.

Der Bundesrat hat kürzlich einen Vorschlag zur Strategie Stromnetz verabschiedet. Er enthält den Grundsatz, dass Hoch-, Mittel- und Niederspannungsleitungen per Kabel unter die Erde müssen – sofern dabei nicht zu hohe Kosten entstehen. Künftig würden dadurch nur noch Höchstspannungsleitungen oberirdisch geführt.

Nun muss das Parlament über den Vorschlag beraten. Bei der Stromleitung in den der Super Puma auf dem Gotthard gekracht ist, handelt es sich um eine Hochspannungsleitung des Tessiners Elektrizitätswerks AET. Hans Kneubühler, Geschäftsführer des Vereins „Hochspannung unter den Boden“ sagt gegenüber der „Schweiz am Sonntag“: „Mit der neuen Gesetzgebung würden solche Leitungen als Erdkabel erstellt.“