Grossbritannien

Nach Spesenskandal wollen Briten ein neues Parlament

Brown immer mehr unter Druck (Archiv)

Brown immer mehr unter Druck (Archiv)

Nach dem Spesenskandal im britischen Parlament wünscht sich die Mehrheit der Briten sofortige Neuwahlen. 54 Prozent gaben in einer repräsentativen Umfrage für den Fernsehsender ITV an, dass Premierminister Gordon Brown so schnell wie möglich Parlamentswahlen ansetzen sollte.

38 Prozent sprachen sich dagegen aus. Die Umfrage setzt Brown weiter unter Druck, der sich seit Monaten gegen den Ruf der Opposition nach Neuwahlen stemmt. Bis spätestens Sommer 2010 muss im Königreich gewählt werden, der Premier kann den genauen Termin selbst festlegen.

Die am Donnerstagabend veröffentlichte Umfrage des Instituts Populus zeigte zudem, dass die Parteien am Rande des politischen Spektrums, darunter auch die rechtsextreme British National Party (BNP), bei den anstehenden Europawahlen im Juni weiter an Zuspruch gewinnen.

Die Konservativen lagen derweil mit 39 Prozent kaum verändert zwölf Punkte vor der regierenden Labour-Partei. Die BNP kam auf vier Prozent, die EU-feindliche UK Independence Party auf sechs Prozent.

Der Skandal um überzogene und teils betrügerische Spesenabrechnungen britischer Abgeordneter aller Parteien hat Parlament und die traditionellen britischen Parteien in eine tiefe Krise gestürzt. Im Königreich herrscht einhellige Wut über die Selbstbedienungsmentalität der Abgeordneten, die sich via Spesen sogar Enteninseln auf Privatteichen vom Steuerzahler berappen liessen.

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