Lausanne

Nach Sieg vor Gericht nehmen Klimaaktivisten die UBS ins Visier – und verunstalten eine Filiale mit Kohle

Nach dem Sieg vor der Waadtländer Justiz am Montag haben Dutzende Klimaaktivisten am Dienstag erneut eine Aktion in einer Bank in Lausanne durchgeführt. Nach der Credit Suisse war dieses Mal die UBS dran.

Erneut prangerten die Klimaschützer die Investitionen der Banken in fossile Brennstoffe an. Die Aktion habe im Rahmen der Kampagne für die Ergänzungswahl in den Waadtländer Staatsrat vom 9. Februar stattgefunden, teilten die Verantwortlichen des Waadtländer Klimastreiks mit.

Etwa dreissig in Anzüge und Krawatten gekleidete Klimaschützer nahmen an der Aktion am frühen Nachmittag in der UBS-Filiale an der Place St-François teil. Sie streuten Kohle in die Empfangshalle der Bank. Sie forderten, dass die UBS sofort aufhören müsse, in fossile Brennstoffe zu investieren. Die Polizei war vor Ort, griff zunächst aber nicht ein, wie ein Journalist berichtete.

Klimaaktivisten streuen Kohle in Filiale der UBS in Lausanne

Klimaaktivisten streuen Kohle in Filiale der UBS in Lausanne

Nach dem Sieg vor der Waadtländer Justiz am Montag haben Dutzende Klimaaktivisten am Dienstag erneut eine Aktion in einer Bank in Lausanne durchgeführt. Nach der Credit Suisse war dieses Mal die UBS dran. Erneut prangerten die Klimaschützer die Investitionen der Banken in fossile Brennstoffe an.

In einer Stellungnahme gegenüber CH Media erklärt eine UBS-Sprecherin, Bankangestellte hätten sich «anderthalb Stunden mit den Aktivisten unterhalten» und diese dann zum Gehen aufgefordert. Das hätten die Demonstranten zunächst abgelehnt, bevor sie ihre Meinung änderten und freiwillig abzogen. Die Bank weist daraufhin, sie sei «eine der weltweit führenden Banken für nachhaltige Anlagen.» Zudem sei die UBS bestrebt, ihre Geschäftsstrategie an den Nachhaltigkeitszielen der UNO sowie dem Pariser Klimaabkommen auszurichten.

«Diese Aktion war unabhängig vom Urteil für die Besetzung der Credit Suisse geplant», zitiert «lematin.ch» Etienne Schaufelberger, einen der Sprecher der Aktivisten welcher vor dem Gebäude blieb. Laut «20minutes.ch» verlief die Besetzung ruhig. Polizisten seien zwar rasch vor Ort, hätten sich zunächst aber im Hintergrund gehalten. Laut «lematin.ch» sind sie nach einer Viertelstunde jedoch eingeschritten und hätten die Personalien der Aktivisten aufgenommen.

In einem Video erklärt eine Aktivistin die Aktion in Lausanne.

In einem Video erklärt eine Aktivistin die Aktion in Lausanne.

Erst am Montag standen zwölf Klimaaktivisten vor Gericht, nachdem sie in einer Filiale der Grossbank Credit Suisse in Lausanne eine Aktion durchgeführt hatten. Es war der erste Prozess in dieser Grössenordnung in der Schweiz seit Beginn der Mobilisierung für das Klima.

Das Bezirksgericht in Renens (VD) hatte die zwölf Aktivisten freigesprochen. Der Gerichtspräsident und Einzelrichter Philippe Colelough kam zum Schluss, dass die zwölf Mitglieder der Bewegung Lausanne Action Climat (LAC) aus Gründen eines "rechtfertigenden Notstandes" gehandelt hätten. Er befand, dass das Vorgehen der Aktivisten angesichts der Klimakatastrophe "notwendig und angemessen" gewesen sei.

Doch der juristische Streit geht weiter: Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag beschlossen, den Fall an das Berufungsgericht zu überweisen.

Generalstaatsanwalt Eric Cottier übernimmt den Fall. Seiner Auffassung nach gibt das Urteil "eine überraschende Antwort auf eine rechtliche Grundsatzfrage". (sda/sam/sat)

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