Fernsehen, das sei für ihn auch immer ein Abenteuer gewesen, erzählt Kurt Aeschbacher in der Sendung TalkTäglich. 17 Jahre moderierte er die Sendung "Aeschbacher", Ende Jahr ist Schluss damit. «Man darf nicht meinen, man mache das ein Leben lang – ich hatte deshalb auch immer nur einen Vertrag auf ein Jahr.» Für ihn sei wichtig gewesen, sich jedes Jahr klar zu werden, ob es für ihn noch stimme, erzählt Aeschbacher.

«Der Journalismus per se war für mich eine konstante Weiterbildung.» So habe er jede Woche neue Leute kennengelernt, denen er als Privatperson nicht so nahe gekommen wäre. Das Auseinandersetzen mit Schicksalen habe auch seinem Leben eine neue Perspektive gegeben, erzählt der Moderator. «Ich konnte 1000 Leben leben.»

«Es braucht gewisse Erfahrung»

Seine Entlassung wurde Aeschbacher per Telefon mitgeteilt: «Ein bisschen habe ich das erwartet – es gab schon zuvor ein paar Bemerkungen.» Es sei ein Gefühl des Bedauerns gewesen. «Auch ein Gefühl, dass ich jetzt gefordert bin, mit dieser Situation neu umzugehen. Und ein klein wenig auch ein Gefühl der Enttäuschung.»

Markus Gilli spricht Aeschbacher auf die Ikonen Monika Fasnacht und Roman Kilchsperger an, die SRF ebenfalls verlassen müssen: «Bis 2020 will man neue Talente ins Schaufenster stellen. Geht diese Strategie auf?» Das werde sich zeigen, er habe aber Zweifel, räumt Aeschbacher ein: «Ich glaube, es braucht eine gewisse Erfahrung – je nach Sendung – um auch in komplexen Gesprächssituationen sofort Sachen verlinken zu können.» Ein 22-Jähriger sehe zwar besser aus, darüber hinaus sei wohl aber auch das Hirn ein Faktor des Erfolgs.