«Ich finde, wir haben es mit der Einladung hervorragend getroffen.» Das sagt Sigmar Willi, Leiter FHS Alumni und Verantwortlicher des Networking-Tags an der Fachhochschule St.Gallen (FHS). Daniele Ganser ist als einer von vier Rednern bei der Veranstaltung am 7. September angekündigt. Der Historiker und Publizist stellt bei seinen Auftritten die offizielle Geschichtsschreibung in Frage und präsentiert Verschwörungstheorien.

«Daniele Ganser wird in seinem Vortrag seine Version der Geschichte der Schweiz erzählen. Die Zuhörer können sich dann ihr eigenes Bild machen», sagt Willi. Man vertraue auf die Fähigkeit des Publikums, zwischen Verschwörungstheorie und Wahrheit unterscheiden zu können. Die Fachhochschule setze mit Ganser sehr gezielt auf Provokation. Der Networking-Tag steht unter dem Motto «Der gute König – Demokratie auf dem Prüfstand».

Einladung erfolgte bereits im Spätherbst

Der Name Daniele Ganser und die St.Galler Hochschulpolitik hatten erst vor wenigen Tagen Schlagzeilen gemacht, als publik wurde, dass die Universität St. Gallen Gansers Lehrauftrag nicht verlängert. «Die Einladung erfolgte im Spätherbst, also vor der Aufregung um den Lehrauftrag an der Universität St.Gallen», sagt Willi.

Für andere Teilnehmer des Networking-Tags kommt die Einladung Gansers überraschend. Im Anschluss an die vier Vorträge sprechen am Nachmittag auf einem Politpodium neben anderen FDP-Präsidentin Petra Gössi, der St.Galler SP-Ständerat Paul Rechsteiner und der St.Galler SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel. Alle drei wussten bis gestern nicht, dass Ganser am Networking-Tag einen Vortrag halten soll. «Es stört mich nicht, wenn Daniele Ganser an diesem Anlass auftritt», sagt Büchel.