Schweiz

Nach Postauto-Skandal: Der Jura vergibt seine Buslinien doch wieder an die Post

Fahren bald in Rot statt Gelb durch den Jura: Postauto gewinnt die Ausschreibung der 39 jurassischen Buslinien.

Fahren bald in Rot statt Gelb durch den Jura: Postauto gewinnt die Ausschreibung der 39 jurassischen Buslinien.

Der Kanton Jura hat den Betrieb seiner 39 Buslinien neu vergeben. Den Zuschlag erhält die Postauto AG, welche bereits bisher den Busbetrieb auf dem jurassischen Kantonsgebiet betrieben hatte.

(sat) Auf dem Höhepunkt des Postauto-Skandals 2018 hatte der Jura beschlossen, alle Buslinien auf seinem Gebiet öffentlich auszuschreiben. Der Kanton war unzufrieden mit den Kosten und der Qualität des Angebots – und zwar schon länger. Nun kommt der Kanton laut einer Mitteilung vom Montag bei seiner Ausschreibung jedoch zum Schluss, dass Postauto das wirtschaftlich beste Angebot macht. Unterlegen sind damit Konkurrenten aus dem nahen Frankreich wie auch aus Spanien.

Mit der öffentlichen Ausschreibung steigen die Transportdienstleistungen laut Mitteilung um 7 Prozent während die bisherigen Kosten von 20 um 4 Millionen Franken pro Jahr sinken. Von einem Viertel der Einsparungen profitiert dabei der Kanton Jura, vom Rest der Bund. Besonders wichtig ist den jurassischen Behörden, dass Postauto künftig nicht mehr mit gelben Bussen durch den Jura fährt, sonder in den jurassischen Farben rot und weiss. Noch offen ist, ob allfällige Mitbewerber sich juristisch gegen den Vergabeentscheid wehren wollen.

Postauto und Gewerkschaft begrüssen Vergabe

Postauto Schweiz reagiert in einer Mitteilung erfreut über das Vertrauen, das die Kantone Jura und Bern mit der gemeinsamen Vergabe der teilweise kantonsübergreifenden Linien dem Unternehmen entgegenbringen würden. Mit «Freude und grosser Motivation» verspricht das Unternehmen einen «qualitativ hochstehenden Busbetrieb».

Die Gewerkschaft Syndicom wiederum streicht in einer Mitteilung vom Montag hervor, dass damit erneut ein Vertragspartner mit Gesamtarbeitsvertrag obsiegt habe. Damit ende für die Chauffeure eine Phase «jahrelanger existenzieller Unsicherheit». Auch pflege man mit Postauto eine «konstruktive Sozialpartnerschaft». Noch am Wochenende kritisierte Syndicom, dass die Gewerkschaft nicht wie vom jurassischen Parlament beschlossen in den Vergabeprozess eingebunden worden sei und befürchtete das Schlimmste für die Chauffeusen und Chauffeure.

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