Schweiz

Nach Netzwerk-Überbelastung sagt Swisscom-Chef: «Corona fordert uns heraus»

CEO Urs Schäppi sagt, Swisscom habe genug Kapazitäten für Netflix und Homeoffice.

CEO Urs Schäppi sagt, Swisscom habe genug Kapazitäten für Netflix und Homeoffice.

Wegen einem Anstieg der Homeoffice-Arbeit war das Netzwerk der Swisscom letzte Woche überbelastet. Gemäss dem CEO Urs Schäppi habe Swisscom aber genug Kapazitäten für das Homeoffice und Netflix.

(dpo) Seit einer Woche arbeitet ein Teil der Bevölkerung wegen den verordneten Massnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus von zu Hause aus. Dadurch stieg die Internet- und Mobiltelefonienutzung, was bei der Swisscom zu einer Überbelastung ihres Netzwerkes führte.

Das Telekomunternehmen scheint in letzter Zeit besonders anfällig auf Störungen zu sein. Wegen der jüngsten Pannenserie musste sich Swisscom-CEO Urs Schäppi vor Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga verantworten und das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) schaltete sich ein.

Zur Überbelastung von letzter Woche sagte Schäppi nun gegenüber dem «Sonntags-Blick»: «Wir hatten Telefonie-Engpässe im Zusammenspiel mit dem Sunrise-Netz. Zu Spitzenzeiten konnten Anrufe teils nicht aufgebaut werden. Bei Daten hatten wir genug Kapazität: Swisscom-TV, Netflix und Homeoffice – alles problemlos.»

Unvorhersehbarer Anstieg?

Auf die anhaltende Pannenserie angesprochen, entgegnete der CEO, dass Swisscom im längerfristigen Vergleich nicht stärker betroffen sei als andere: «Wir sind mehr im Fokus. Die Statistik zeigt: Die Verfügbarkeit unseres Netzes ist immer besser geworden. Grössere Störungen überspielen das allerdings.»

Wie Urs Schäppi im «Sonntags-Blick» weiter ausführte, hätten sich die Kommunikationsmuster infolge des Corona-Virus und den Massnahmen zu dessen Bekämpfung in wenigen Tagen «fundamental» verändert. Allerdings habe «niemand» vorhersehen können, wie stark der Anstieg der Telefonie- und Internet-Nutzung in der Schweiz sein würde.

Der CEO sei sich der Tatsache bewusst, dass Swisscom gerade in der Krise stabile Netze und Reserven bieten müsse. «Corona fordert uns heraus. In der aktuellen Situation ändert sich die Lage permanent. Wenn die Volumina von heute auf morgen um ein Mehrfaches wachsen, stossen wir an unsere Grenzen», erläuterte Schäppi.

Genügend Kapazitäten für Netflix und Homeoffice

Obwohl Streamingdienste wie Netflix grosse Datenfresser sind, schliesst der Chef der Swisscom eine vorübergehende Ausschaltung solcher Dienste aus: «Unsere Netze verkraften Netflix und Swisscom TV. Solange sich die Muster nicht grundlegend verändern, haben wir genügend Kapazitäten für Netflix, Swisscom TV und Homeoffice.»

Schäppi selber arbeitet derzeit ebenfalls von zu Hause, wie 85 Prozent der 20'000 Angestellten von Swisscom. Laut dem CEO seien im Unternehmen nur «sehr wenige Fälle» von Covid-19 gemeldet worden. Aber weil der Grossteil der Arbeitnehmer im Homeoffice arbeite, sei der Betrieb nicht gefährdet.

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