Sicherheit
Nach Modellhelikopter-Unfall: Kommt es zu strengeren Vorschriften?

Der Bund prüft nach dem Tod eines Modellhelikopter-Piloten, ob es strengere Vorschriften braucht. Auch die Fluglärmgegner fordern Massnahmen, weil Piloten mit teils selbstgebauten Flugkörpern waghalsige Manöver ausprobieren.

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Der Verunfallte hatte Verletzungen am Kopf und Arm (Symbolbild)

Der Verunfallte hatte Verletzungen am Kopf und Arm (Symbolbild)

Keystone

Nach dem Tod eines Modellhelikopter-Piloten in Mauensee LU prüft der Bund, ob es in diesem Bereich strengere Vorschriften braucht. «Wir klären in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe der Europäischen Agentur für Flugsicherheit, ob unsere Sicherheitsbestimmungen noch genügen», sagt ein Bazl-Sprecher im «SonntagsBlick». Denkbar ist, dass die Bewilligungspflicht für Modellflieger ausgedehnt wird. Bisher braucht es nur für Modelle, die über 30 Kilo schwer sind, eine Bewilligung.

Fluglärmgegner wollen Modellflug einschränken

Nach dem tödlichen Unfall eines Modellhelikopter-Piloten im Kanton Luzern fordern Fluglärmkritiker Massnahmen. «Modellflug ist wie die Kunstfliegerei: Mit selbstgebauten Flugkörpern werden zum Teil sehr waghalsige Manöver ausprobiert. Analog müssten die Sicherheitsvorkehrungen streng geregelt werden», sagt Alt-Nationalrat Urs Bernhardsgrütter der «NZZ am Sonntag». Der Grüne ist Interimspräsident des Schweizerischen Schutzverbands gegen Flugemissionen. «Die inoffiziellen Modellflugplätze gehören verboten, die anderen müssen so geregelt werden, dass sie sicher und lärmverträglich sind.»

Verschiedene Gemeinden erlauben den Modellflug nur an bestimmten Standorten. Der Schutzverband fordert einheitliche Regeln. «In der Pflicht stehen die Kantone: Sie müssen in ihren Richtplänen aufzeigen, wo Modellflug noch möglich sein soll», sagt Bernhardsgrütter. In der Modellflug-Szene scheint das Unbehagen zuzunehmen, weil die Modellhelikopter billiger werden und darum weiter verbreitet sind.

Als besonders riskant gelten aber Turniere, an denen von Herstellern und Händlern organisierte Teams die Vorzüge ihrer Geräte zeigen wollen. Das Portal rcheliresource.com etwa verbreitete nach dem Unfall in Mauensee eine Erklärung eines deutschen Händlers, welcher den «Hype extremer Drehzahlen und bereitwillig akzeptierter Sicherheitsrisiken» für Piloten und Zuschauer kritisiert, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

In der Erklärung wird vor schweren Vorfällen gewarnt: «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Unfälle passieren, die - so hoffen wir - glücklich ausgehen werden.» Das Team des Händlers werde die Drehzahl der Rotoren senken und den Sicherheitsabstand zwischen Modell und Pilot erhöhen.